Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 171)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Vorbemerkung vertreten, noch dazu in der sichern Ueberzeugung, daß hier Nichts gelernt und Nichts vergessen werde, wird nach gerade langweilig und abspannend^ wie alle Bewegung im Kreise. Die angemessenste Apologie—denn ohne solche geht es in jüdischen Dingen nirgends ab — so wie der einzige Weg, eine Art von Verständnis; zu erzwingen, scheint der Versuch, möglichst viel von dem ungenützt liegendem Stoffe ans Licht zu fördern, ihn flüssig zu machen, und nach den verschiedensten Formen und Seiten und Intentionen darzustellen. Dies scheint um so nöthiger, als einstmals einem berühmten Philosophen durch einen Medailleur und dessen Committenten alles Ernstes durch Symbole zu verstehen gegeben wurde, er habe unter allem Andern auch das Judenthum durchforscht, was gewiß soweit seine Richtigkeit haben mag, als darunter zunächst die allbekannten zwei Gesetztafeln zu verstehen sind. Solche Illusionen können, wenn sie mit der Zeit doch geglaubt werden, sehr bedenkliche Folgen mit sich führen. Die wenigen hier mitgetheilten Stücke sind einer grösseren Sammlung entnommen, deren Zweck es seyn soll, die reichen Schätze von Lehren, Gedanken, Anschauungen und Betrachtungen, die in den gedachten Sammelwerken vorliegen, in leichter anspruchloser Fassung Lesern nahe zu bringen, denen die Werke selbst fremd und verschlossen sind. Es gilt mir daher jedes Urtheil, das die poetische Fassung als solche trifft, durchaus gleich, und ich gebe das hier Dargebotene willig jedem Angriffe einer ästhetischen Kritik Preis, da ich die Prätension, dichterisch Werthvolles zu liefern, nicht habe; denn ich bin kein Poet. Zudem sind die Sachen nur sehr gelegentlich entstanden und auch nur als Gelegentliches behandelt worden. Erzählungen und Sagen aus Talmud und Midrasch haben bereits in Herrn Dr. Krafft einen geschickten Bearbeiter gefunden; es schien mir daher interessanter und lohnender, die bisher weniger berücksichtigten Seiten des Midrasch in einigen Proben vorzuführen. Das Ethische und Symbolische liegt in so reicher Fülle vor und bietet so viel Tief-