Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
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Gluck und Wissen. 171 Beruf und Jahre sein persönliches Mitwirken nicht erlaubten. Dann gab er mir noch einige Anweisung über den Weg, den ich zu nehmen, drückte mir ein Geldstück in die Hand, und wandte sich mit einer Thräne im Auge gegen das Fenster." „Jetzt erst fiel der ungekannte Schmerz der Trennung brennend in meine Seele; mit seiner Wehmuth trat auch der Kummer meiner guten Eltern vor mein Auge. Beklommen und gesenkten Hauptes blieb ich an der Thüre stehen, und es dauerte ziemlich lange, bis der Tharendrang und der Blick in die Zukunft den ganzen Moment besiegte Er mochte ahnen, was in mir vorging, blieb aber schweigend und abgewandt, und ich danke ihm noch jetzt dafür. Solche gewaltige Gefühle dürfen nicht in Worte gelöst und zerbröckelt werden; in ihrer ganzen Kraft müssen sie in unserer Seele liegen bleiben, und werden auch so als Erinnerung stets ihre erhebende Wirkung behalten." „Schnell überfliege ich, wie es nun gekommen. Ich schnürte mein Bündel, schrieb meinen Eltern, daß ich in die Welt gehe, um mein Glück zu machen, und trat beim Anbruche der Hellen Nacht meine Reise an. Im Lager wurde ich gut ausgenommen; ich zählte zwar damals nicht mehr als sechzehn Jahre, aber ich hatte Größe und Kraft weit über mein Alter. Schon bei Kulm focht ich mit, und bei Leipzig eroberte ich eine Fahne. Bei der allgemeinen Tapferkeit und Aufopferung ragten meine Thaten nicht eben hervor, doch war ich mit dem Frieden Wachtmeister und Besitzer des Ehrenkreuzes." „Die ungewohnte Stille, die nun mit dem zweiten Pariser Frieden eintrat, ward mir anfangs, wie so vielen Anderen, peinlich und drückend. Aber meine Einsicht war reifer geworden, ich begriff, daß der Krieg nur eine traurige Ausnahme im Völkerleben und eigentlich nur den Frieden und die allgemeine Sicherheit znm Zwecke haben müsse. Ich nahm Abschied, und wandte mich zu den Künsten des Friedens. Dank meinem vortrefflichen Lehrer, hatte ich bereits ziemliche Vorkenntnisse, die ich nun mit Eifer erwei-