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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1843-01-01 · 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843) · p. Seite 135

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
Date
1843-01-01
Page
Seite 135 (sequence 131)
Language
German
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135 Thefillin. Gesinnung gut, dein Sinn für das Rechte hinlänglich befestigt sei. Und doch, wer bürgt dir für die Beständigkeit dieses Sinnes? wer erkennt dich als treuen Knecht, wenn du das Zeichen der Hörigkeit zu tragen verschmähest? Wen darfst du, der Lässige, der Gleichgültige, zu Eifer anspornen? Die heilige Zeremonie vermag uns täglich von der Alltäglichkeit zu dem Edlen emporzurichten, jede Stunde kann sie uns vor Sünde retten, und wär' es auch nur, daß wir auf Augenblicke uns der Sünde schämten. Wenn auch, indem wir Gottes Zeichen an uns tragen, nicht der lautere Himmel in unser Gemüth einzieht, so werden wir doch an ein Himmlisches gemahnt: an Glaubens- und Leidensbrüder. Mit der Ausübung des heiligen Gebrauches erweckt der Fromme das Zurrauen derjenigen, die von ihm, als ihrem Mitbruder, wenn auch nicht Hilfe, doch Mitgefühl und Tröstung erwarten. Das Zeichen an deiner linken Hand kann die rechte zurückhalten den Bruder zu schlagen. Das heilige Denkmal, das dir das Haupt umgiebt, lähmt den Fuß, wenn er der Sünde Nacheilen will. So wird es ein Siegel deiner edlen Geburt, ein altes Pergament über göttliche Abstammung, und sein Inhalt, eine Mahnung des Himmels, kann den eiteln, thörichten Dingen dich abwendig machen, so daß du vergißest, was in dieser Welt reich heißt und arm, aber des Mangels deiner Seele dich erinnerst. Denn, wenn Hand und Auge Gott geweihet worden, denken wir mit stillem Vorwurf an das Unreine, das unser'Auge gefesselt und unsereHand befleckt, an den Schmerz des BruderS, bei dem das Auge trocken und die Hand schlaff geblieben-, wir senken das Auge des Hochmutes, wir falten die Hände, die sich in Trotz geballt haben. In solchen Stunden beugt sich der Sinn des selbstsüchtigen Dünkels zur Anerkennung göttlicher Liebe, und das Knie beugt sich vor ihm, dessen Zeichen seiner ewigen Herrschaft wir aufweisen; versäumte Werke, vergessene Vorsätze kehren in die Erinnerung ein, und nach einer zugleich schmerzlichen und freudigen Andacht trennt der Betende sich von dem

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