Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 93)
- Language
- German
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berühmter Zeitgenossen. 95 glänzte nicht als Redner; seine Vorträge waren selten hmftmäßig abgerundet, aber sie flössen aus der Fülle des Herzens, und der Neichthum der Ideen, die sich herandrängten, entschädigte für die Mängel strenger Consequenz; aus allen leuchtete die reinste und innigste Ueberzeugung. Einen besonders wohlthuenden Eindruck machte es außerdem , daß Creizenach nicht bloß durch seine eigenen Talente einzuwirken strebte, sondern alle im Zudenthume aufkeimenden sittlichen Krafcäußerungen mit Theilnahme beachtete, und auf deren Werth direkt und indirekt hinwies. Seinem Einflüsse gebührt ein bedeutender Antheil an der Regsamkeit für gemeinsame Unterstützung aller jünger» Vereine zu inner» Verbesserungen und werthvollen literarischen Arbeiten, welche die Frankfurter Gemeinde in der That auszeichnete. Seine liebenswürdige Bescheidenheit fand ihre Freude daran, fremde Verdienste gelten zu lassen, und nach Kräften zur Anerkennung zu bringen. Des würdigen Riesser Schriften erregten damals allgemeine Aufmerksamkeit, und empfahlen sich allerdings der sehr gestiegenen Intelligenz in Frankfurt, durch ihre Gediegenheit und hohe Sittlichkeit. Creizenach war, obwohl in der Tendenz nicht immer ganz einverstanden, einer der eifrigsten Verehrer derselben. Entschiedener aber wirkte sein Einfluß beim Entstehen der Geiger'schen Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums, deren Gegenstand fürs Volk minder anziehend erschien, und dennoch lange Zeit ihre Hauptstütze in Frankfurt hatte, während sie an andern Orten, wo man eher ein wissenschaftliches Streben voraussetzen durfte, wenn überhaupt, doch immer nur sparsam Eingang fand. Mit gleicher Wärme empfahl er unaufgefordert auch minder eingreifende wissenschaftliche Versuche, selbst dann, wenn er überzeugt war, daß durch sie seine eigenen Werke, die nicht auf Erzeugung neuer Forschungen, sondern mehr auf Verallgemeinerung des Wissens abzielten, an Ansehen verlieren mochten. Wer nur irgend mit dem Geiste bekannt ist, der leider noch jetzt manche unserer aufstrebenden Gelehrten durchweht,