Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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L2 Zur Charakteristik thuenden Antheil. Das war der Abschied eines Frommen von seiner Familie, seinen Freunden, seinen Schülern, seinen Mitbürgern, seinen zahlreichen Verehrern, der Abschied einer Seele, die in sanfter und geräuschloser Bahn dahin wandelnd mit süßer Harmonie tausend und tausend Herzen ergriffen, und in immer weitern Kreisen ihre zarten Schwingungen fortgesetzt hatte, bis deren plötzlicher Stillstand sie alle mit ängstlicher Wehmuth durchbebte. Michael Creizenach ward zur Gruft bestattet. Mehrere sinnige Vorträge liehen dem allgemeinen Gefühle Worte, bevor die Reste des Gerechten in die Gruft gesenkt wurden. Die Oertliche Feier ward mit dem letzten Schaufelwurf beschlossen. Aber der größern Welt, und namentlich der israelitischen gehörte dieser Geist an und er verdient in ihr fortzuleben; dieser hehre Geist, welcher in seinem kurzen Erdenwallen Lichtfunken ausströmte, die bald hier bald dort das erloschene Feuer anfachten, und durch die dunkeln Jn'gänge des niedern Treibens Helle Strahlen sandten, welche die Trägen weckten und ermunterten. Manche gedankenvolle Inschrift, von seiner Hand gezeichnet, steht vor unfern Augen, Fingerzeige und Denkmal zugleich der Bahn, die er durchlaufen und der Zeit, welche auf ihn einwirkte und von ihm Eindrücke empfing. So ist Creizenach ein Glied der Geschichte Israels, eine Frucht der gemeinsamen Schicksale und Zustände und wiederum ein Saatkorn für kommende Zeiten. Creizenach's Leben war nicht ausgezeichnet durch merkwürdige Begebenheiten. Weder trieb ihn seine Neigung ferne Länder aufzusuchen, noch fand er äußern Anlaß zu weiten Reisen; der Ort seiner Geburt und seines Fortschreitens und der benachbarte seines erhöheten Berufes und seiner Ruhestätte, diese bilden den ganzen räumlichen Boden seiner Wirksamkeit; mit weltlicher Größe kam er in keine Berührung, weder verlangte sein einfacher Sinn nach Auszeichnung, noch liebte er weltliches Gepränge. Ein stilles Loos war ihm zu Theil geworden. Seine Lebensgeschichte ist daher