Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
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7 das Jahr 1842 Die Juden in Palästina, sowohl die eingebornen, als auch die eingewanderten, deren Zahl noch immer nicht ganz unbedeutend ist, sind ebenfalls in tiefe Armuth versunken, noch größer ist aber der Mangel an allen reellen Hülfsmitreln. Zwar gehen noch jährlich bedeutende Summen nach dem h. Lande. Anstatt aber mit diesen bleibende Zwecke und Stiftungen zu bewirken, werden sie als Almosen verzettelt, deren angemessene Vertheilung noch dazu durch direkte und indirekte Klagen sehr bezweifelt wird, da keine genauen Rechenschaftsberichte abgelegt werden. Insbesondere fehlt es dort an allem und jedem Institute, einheimische und fremde Juden in Krankheitsfällen zu verpflegen, und sehr einleuchten mußte daher die vom Schreiber Dieses ausgegangene, von der Türkei aus angeregte Idee: ein jüdisches Hospital in Jerusalem zu gründen. Wir müssen es dem kommenden Jahre überlassen, in wie weit eine Realisirung zu bewerkstelligen ist. In Alexandrien hatte sich die von dem berühmten Advokaten Herrn Cremieux hier errichtete Schute zur Bildung der israelitischen und arabischen Jugend des besten Erfolges zu erfreuen. Für die allgemeine Anerkennung ihrer Leistungen spricht besonders der Umstand, daß unter den S00 Schülern, welche sie besuchen, 50 Knaben römisch-und griechisch - katholischen Glaubens sind, und die Zahl derselben würde sich noch bedeutend vermehren, wenn das Schullokal es gestattete. Bei dieser Gelegenheit verdient bemerkt zu werden, daß die jüdischen und arabischen Familienväter, welche auch in Betracht ihrer Retigionsbegriffe um ein Jahrhundert gegen die Israeliten in anderen Ländern Europas zurück sind, keinen Anstand nehmen, ihre Kinder mit jenen anderer Glaubensgenossen eine Schule besuchen zu lassen, und daß der Rabbiner von Alexandria, ein völliger Orthodox, bei der letzten Pramienvertheilung, sämmtlichen Zöglingen, welcher Religion sie auch seien, Liebe und Eintracht mir wahrhaft aufrichtig gemeinten Worten anempfahl. Möge dieses Faktum mit zu den vielen Beweisen dienen, wie sehr