Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
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gehalten von I. N. Mannheimer. 103 Gott den Herrn preisen." Unsere Jugend ist noch zu schwach, um sich mit dem Schwung und Flug der Gotteskraft in uns auf die Höhe des Lebens zu erheben, auf die uns Gottes Worr gestellt, und fühlt sich noch im jugendlichen Rausch und Uebermuth zu stark, um sich vor dem Gottesworte zu beugen. Simson war ein mächtiger Held, ein gewaltiger Kämpfer Gottes, ein Held, wie Wenige seines Gleichen an Muth und Kraft. Meint Ihr, es war die Kraft die rohe und unbändige Kraft, der Muth der wilde, ungestüme Muth in ihm? Nicht doch! Er war auch klug und bedächtig und besonnen und erfahren; wußte Zeit und Kraft und Mittel stets mit Bedacht und mit Geschick zu wählen! Aber Eines ging ihm ab, — der Muth und die Kraft und die Besonnenheit sich selber zu beherrschen, sich selber zu bezwingen, da der Lockung und Versuchung, dort dem Reiz der Lust und Liebe, da der innern aufwallenden und austodernden Herzensgluth, dort der gleißnerischen Ueberredung zu widerstehen; und weil ihm die Kraft und der Muth und die Besonnenheit abging, die erst den Niesen zum Helden macht, fiel er wie ein Schwächling fällt, im ehrlosen und wehrlosen Kampfe, und hatte nicht einmal den Trost, daß er sein Volk zum Sieg geführt. Ein Weib, das ihn umschlungen, hielt ihn in seinen Schlingen fest, riß ihm die Krone des Herrn vom Haupt, brach ihm die Kraft im Herzen, schlug ihm die Waffe aus der Hand, und gab ihn wehrlos seinen und seines Volkes Feinden und Verächtern hin. Das ist des Menschen Kraft und Stärke in ihrer Gottvergessenheit! Ein hochwallender Strom, der über Berg und Gründe rauscht, und bald im Schaum und Nebelvunst zerrinnet, bald jählings sich von Fels zu Fels und in den Abgrund stürzt, und spurlos darin vergeht. Und seine Fluthen tränken keine Flur, auf seiner Bahn und Straße blüht kern Blümchen, reifet keine Saat. Sein Weg ist dunkel und verschlungen, sein Grab deckt Finsterniß und Grauen und ein Schauer der Nacht. Darum sage ich mit dem alten Propheten: „Es rühme „sich der Starke nicht seiner Stärke, wohl aber der verständigten Erkenntnis; Gottes, dieweil Er Heil und Frieden, Licht und