Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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gehalten von I. N. Mannheimer. 101 füllet; ihr vertrauen wir unsere schönsten Lebenspläne, ihr unser Angedenken in den Menschenherzen, ihr unfern unsterblichen Ruhm auf Erden! Wohl dem, dem sie Gott vergönt und gegeben, der die freie, rege Kraft in sich fühlt, und in sich läßt walten, und sich nicht beugt und krümmt unter des Lebens Last. Und doch — rühme Keiner sich seiner Stärke! Selbstständig soll der Mensch da auf Erden stehen, und aller Bande, die ihn binden, und aller Fesseln, die ihn drücken, und aller Schranken, die ihn hemmen und ihm den Weg ins Leben sperren, sich frei und los und ledig fühlen, auf daß die göttliche, heilige Idee in ihm, die göttliche heilige Idee des Rechtes und der Liebe, daran Gott seine Lust und sein Gesallen hat, ihn in aller jugendlichen Gluth und Lust und Liebe durchdringe und durchglühe, und er für das, was seines Amtes und Berufes und Gewerbes ist, selbstständig und selbstthälig in die Schranken trete; דץ כצבי וזגבור כארי לעשות רצון אבינו ״ /שבשמיםschnell und leicht wie der Hirsch, stark und muthig ״wie ein Löwe, seines Herrn Willen , seines Herrn Werk auf ״Erden fördere." Wo aber eben dieser jugendliche Muth in den Uebermuth des Lebens einschlägt, und das Selbstgefühl, eben weil es sich selbst fühlt, und Nichts als sich selber suhlt, in seinen Gegensatz, in Selbstsucht und Selbstvergötterung sich austöset und versenket; und die Selbstständigkeit sich ihrem Gott und Herrn gegenüber frei und selbstständig machen will, und die jugendliche Krall und Lebensfülle und Strömung uns von jeder Höhe herab, aus jeder freien, festen, ehrenvollen Stellung heraus, und in den Strudel hineinzieht, in dem wir alle Besinnung unserer selbst, alle Achtung vor dem, was Recht und Pflicht und Sitte beut, alle Schaam und Scheu, jedes Angedenken und jede Erinnerung an Gott und sein göttliches Gesetz, an die Hüther und die Pfleger unserer Kindheit und unserer Jugend, an die Segnungen und Warnungen, die Gott und Menschen uns einst aufs Haupt gelegt, vergessen und verlieren; — nicht wahr? da sei Gott vor, daß wir solcher Jugendkraft und Starke, und solcher Jugendlust und Liebe uns je rühmen sollten!