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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 98

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 98 (sequence 152)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184076--0152-3184259
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98 Predigt am VersöhnungStage, Treiben Nachsehen, wie da der Unverstand vor dem Verstände hergeht; —- es ist die Verständigkeit, die unvernünftige Verständigkeit, die Krittelei und Makelei und Zweifelei und ewige Rechthaberei über die innere Herzensregung und Seelenerhebung Herr und Meister worden. Ihr habt die äußere Lebensbildung der innern Herzensbildung, der innern Herzensrichtung und Seelenstimmung voran und vorausgehen lassen. Ihr rühmet Euch Eurer Weisheit, und schämt Euch Eurer eigenen und edelsten Gedanken und Empfindungen. Ihr glaubt nicht an Euere eigene Tugend, an Euere eigene Unsterblichkeit, an Eure eigene Ueberzeugung, geschweige denn an Gottes Wort und Lehre, das aus einer anderen Welt Euch überkommen ist. Ihr habt von der Wahrheit Nichts als den Begriff, das Zeichen und Merkmal, das Bild und Gleichniß — das heißt den Schemen und den Schatten — in Euch ausgenommen, das Ihr mit Euerm Verstand, oder eigentlich mit und nach Eurer Phantasie habt aufgefaßt; aber habt nicht sie selber. Sie ist nicht in Euch, weil Ihr nicht seid in ihr. Das Weib in Israel, und ich rede eben von dem zuerst, weil in ihm das Herz die schönere, edlere, bessere Seite ist, darin alle Lebenspulse ein und ausgehen und zusammenschlagen; das Weib in Israel, das auf Herz und Schmerz und Brust und Lust den Reim in sich hat klingen hören, und über Kunst und Poesie sich ein Urtheil hat gemacht, und die alte und die neue Fabelwelt an sich hat hin und vorüberziehen lassen; das stellt sich auf die Höhe des Lebens, und spricht mit Spott und Hohn von dem, was des Menschen und der Völker innerstes Seelenleben ist und war. Ich will der Verkehrtheit, die sich aus solcher Verstandesrichtung hat ergeben, nicht weiter nachgehen. Zch will nicht reden von den Wortführern in der Zeit, und wie sie mit einem oft nicht gar zu frischem Witz, mit einem Witzworte und Wortwitz eine ganze Vergangenheit, alles Heil der Seelen, alle gläubige Erkenntniß, alle Seelenweihe und Empfindung, alle Offenbarungen des allmächtigen Gottes, alle Ahnungen und Erinnerungen einer großen Menschenseele Euch verdächtigen und aus

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