Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 74

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 74 (sequence 129)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-3184076--0129-3184236
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

74 Ueber einige neuere wohlthätige Veranstaltungen um der Neuzeit, die kaum mehr als schuldige Ablegung eines unabweislichen Tributs zu vindiciren, als mehrere derselben, die ihrer Natur und der Zeit ihres Entstehens nach, weniger bekannt seyn dürften, zu einer umfassenderen und gemeinnützigeren Kenntniß zu bringen. Der Armenverein. Zwar bestand schon seit längerer Zeit eine Veranstaltung zur Betheilung fremder Armen und zur Verhütung der Bettelei, doch zeigte sich dieselbe nach manchen fruchtlosen Versuchen ungenügend, selbst zur Erfüllung des vorgesteckten beschränkten Zweckes. Dieß veranlaßte vor wenig Jahren mehrere Gemeindeglieder zu dem ernstlichen Versuche, durch ein kräftiges Zusammenwirken dem Nebel zu steuern, und gleichzeitig jener Veranstaltung eine größere Ausdehnung zu geben. Eine ununterbrochene Reihe von Berathungen führte im Wesentlichen zu dem Ergebnisse, daß der fremden Bettelei einerseits durch größere und wiederholtere Aushülse, andrerseits durch eine möglichst strenge Aussicht und Controlte zu steuern sei, daß aber bei solcher Sorgfalt für die fremden Armen die Rücksicht gegen die eigenen, wenn nicht voran, doch wenigstens gleich zu stellen sei. Leicht war es zu erkennen, daß es hierbei vorzüglich darauf ankomme, die beiden großen Hebel jedes Wohlthätigkeitszweckes — persönliche Verwendung und materielle Unterstützung — in Bewegung zu setzen; allein es übertras die Erwartung, daß angesehene und vielbeschäftigte Männer sich herbeiließen, nicht »nur die ausgedehntesten Aufforderungen zum Beitritte persönlich zu betreiben, sondern auch zu dem nichts weniger als annehmlichen, sich wöchentlich mehrmals wiederholenden Geschäfte der Armenbetheilung abwechselnd einzufinden und sich in die Führung des Buch-, Controll- und Cassewesens zu theilen, wobei wir ohne weitere Erörterung uns nur an die Frucht des raschen gemeingeistigen Wirkens halten. Diese war wie immer in dem Falle eine sehr erfreuliche. Man vereinigte sich bald über einen Statutenentwurf des neu zu organistrenden Armenvereins, welcher späterhin die allerhöchste Sanction erhielt, und die Aufforderungen zum Beitritte hatten einen so guten Erfolg, daß kaum Einer der hier wohnhaften

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.