Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 110)
- Language
- German
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das Hahr 1841. 53 ein integrirender Theil der Stadt Prag zu behandeln, die Domestieal-Kaffee der ersteren einzuziehen und der Kostenaufwand für die öffentlichen Straßen-Anstalten aus der städtischen Kaffe zu bestreiten, und an dieselbe die von den Israeliten bisher zu diesem Behufs geleisteten Beiträge einzuzahlen seien, darüber wurde die Aeußerung des Prager Magistrats verlangt. Die bisherige Tare von 50 fl. für die Aufstellung der Tora in neuerbauten Synagogen wird nachgesehen, und auch die in der Judenordnung vom Jahre 1797 ausgesprochene Außerlandschaffung aufgehoben, welche für gewisse Vergehungen gegen jenes Patent ausgesprochen war, und sollen für die dort bezeichnten Uebertretungsfälle andere Strafen eingeführt werden. Eben so hat die frühere Bestimmung eines von den Israeliten zu entrichtenden Abfahrtsgeldes von 20 p. Ct. auszuhören, und sind die Israeliten in Auswanderungsfällen auf gleichem Fuße mit den christlichen Unterthanen zu behandeln. — Auch rücksichtlich des Aufenthaltes der Juden in der k. Kreisstadt Budweis, woselbst den durchreisenden Juden kaum zwei Stunden zu verweilen gestattet war, erging eine günstige Entscheidung von Seiten der Hofstelle.— Der Bürgermeister Prag's, Herr Appellationsrath I. Müller, will eine große Waisenanstalt gründen, durch welche alle Waisen ohne Unterschied der Religion versorgt würden. Bei dem Comitö befindet sich auch der Oberrabbiner Rapoport. — Auch in Ungarn kamen häufig Fakta vor, welche erwiesen, daß die Wohlthaten, die den von Sr. kais. Majestät bestätigten Entschließungen des Landtages entfließen, auch zur Wesenheit gebracht werden. In einer Komitatsversammlung in Pesth wurde das Wahlrecht zur Erneuerung der Magistratsbeamten sehr ausgedehnt, so daß auch viele Nichtadelige ohne Unterschied der Religion befähigt werden. — Als am 21. September der Grundstein zu dem neuen israelitischen Spital in Pesth gelegt wurde, beehrten diese Feier außer vielen Behörden Se. k. k. Hoheit der erlauchte Erzherzog Joseph, Neichspalatin, mit Ihrer Gegenwart. — Die Biharer Stände bestimmten, daß die Physikatstelle nur von dem Berufstüchtigsten, mit Ausschließung aller Geburrs- und Religionsrücksichten, besetzt werden solle.