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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 46

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 46 (sequence 103)
Language
German
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46 Rückblick auf am Gewohnten hangend, will die jüdischen Verhältnisse langsam und gründlich umgestalten. Daher ist in Deutschland nur die Emanzipation eigentlich eine Frage. In anderen Staaten ward sie entweder schnell abgethan, oder es ist auch nicht einmal ein Gedanke daran. Gerade dadurch hat aber das Judenthum selbst Gelegenheit, sich aufs trefflichste zu entwickeln, zu erstarken; und so wie unleugbar Wissenschaft und Kunst und allgemeine Bildung nirgends so schone Wurzeln gefaßt bei den Israeliten, wie in Deutschland, so wird auch nirgends der theologische Inhalt des Judenthums kräftiger, vielseitiger entfaltet und bearbeitet und zur Wissenschaft erhoben, als hier. — Die Verhältnisse in den drei köstlichen Mndergebieten sind zu bekannt, als daß wir sie hier genauer zu schildern brauchten; es genügt zu erinnern, daß im Fürstenthume Hessen völlige Gleichheit, in Baden und Würtemberg bis auf Erlangung von Staatsstellen erreicht, in Baiern aber noch das drückende Matrikelgesetz vorhanden ist; Preußen schließt die Israeliten ebenfalls noch von allen Beamtenstellen aus, und läßt die Provinzialbarrieren bestehen. In dem Kaiserstaate haben aber die einzelnen Provinzen ganz gesonderte Judenverordnungen, in denen sich z. V. Ungarn und Mähren sehr gegenüberstehen. Wir können uns daher hier mit den. reinen Thatsachen des Jahres 1841 begnügen. Aus Baden ist zu bemerken, daß für die religiöse Belehrung der Sträflinge mosaischen Glaubens gesorgt worden; Petitionen bei den Ständen um Gleichstellung blieben ohne Erfolg. — Irr Würtemberg bezeugten die Israeliten den lebhaftesten Antheil an der Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des jetzigen Königs, dem sie so unendliche Wohlthaten verdanken, da unter ihm ihre Stellung fast bis zur unbedingten Emanzipation geführt, Zuschüsse für den Kultus bewilligt, viele Gnadengeschenke verliehen; und allein 51 israelitische Schulen gegründet worden. Die Israeliten in Stuttgart gründeten zu dieser Feier ein Waisenhaus. Würtemberg hat den Rühm und das Verdienst, daß nirgends Synagogen- und Schulwesen besser geordnet sind. — InVaier n machte sich innerlich wie äußer-

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