Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 95)
- Language
- German
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38 Rückblick aus allerdings nicht; Duldung und Hebung des alten Gottesdienstes ohne solche bedeutende Veränderungen wären die geeignetsten Gegenschritte gewesen. Anstatt dessen erhob stch das lletli-vin zu London mit aller Kraft dagegen, publicirte ein Verdammungsurtheil, und sandte dies an die Synagogen des Reiches. Einige dieser schickten es zurück, und in Portsmouth wurde es sogar öffentlich verbrannt, auch wurde die reformirte Westsynagoge am 18. Januar 1842 bei großem Zudrang eingeweiht. Wenig ist zu berichten aus den Staaten: N i e d e r l an d e, Belgien, Dänemark und Schweden. Man weiß, daß in den beiden erstgenannten die Israeliten seit längerer Zeit stch völliger Gleichstellung erfreuen. Am Tage der feierlichen Einsetzung des jetzt regierenden Königs der Niederlande hat dieser allen seinen Ünterthanen die verfassungsmäßige Religionsfreiheit garantirt; bei seinem Besuche in Mastricht beehrte er auch die neue, meist aus Staatsmitteln erbaute Svnagoge mit einem Besuche, außerdem wurden verdienstvolle Israeliten auch im vorigen Jahre zu hohen Staatsstellen erhoben und mit Orden gezieret. Das Gleiche findet in Belgien statt. Hier, wo der israel. Kultus, wie in Frankreich vom Staate erhalten wird, findet seit lange ein geordneter Gottesdienst statt; in Holland läßt sich hiervon noch Nichts verspüren, obgleich das Schulwesen daselbst sehr gut geordnet ist. Aus Dän emark haben wir nur hervorzuheben, daß die kön. Regierung die Wählbarkeit von Mosaiten in die Kirchspielvorsteherschasten und Amtrathsbehörden ausgesprochen; hingegen hat die Anstellungsfähigkeit und die Wählbarkeit in die Landstände noch nicht durchdrinqen können. In Schweden, wo vor einigen Jahren der Pöbel die kön. Regierung zwang, ein günstiges Gesetz wieder zurückzunehmen , fanden einige Anträge bei den Ständen auf Veränderungen in der Stellung der Juden, sowohl zum Vortheil als zum Nachtheil, keinen Anklang. Für Norwegen wird das laufende Jahr von Bedeutung sein , da der Storthing die Frage, die Aufhebung des die Juden ausschließenden Konstitutionsparagraphen betreffend, verhandeln wird. Ein ausgezeichneter