Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 13 (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-3184076--0070-3184177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

das Jahr 1841. 13 Würde zukommende Nischan feierlich umgehängt, er selbst aber ermahnt worden, daß er die Angelegenheiten seiner Glaubensgenossen in Übereinstimmung mit dem Großherrlichen Willen gut und zweckmäßig verwaltend, Sr. Hoheit dem Sultan die dankbaren Segenswünsche der Juden zu erwerben, sich eifrig bestreben möge." Stellen sich aus allem Diesem die allgemeinen Verhältnisse der Israeliten im weiten türkischen Reiche ziemlich klar hervor, sehen wir allerdings auch hier das allmälige Bewußtwerden dessen, was Recht und Gerechtigkeit verlangen: so mögen wir noch einen Blick auf einige Spezialitäten werfen. — Gern möcht' ich den Schleier der Vergessenheit über die Blutseenen in Damaskus werfen, allein das Ende, der Nachhall dieser tragischen Begebenheit gehört noch dem Jahre 1841 an, und so wollen wir nur daran erinnern, daß gegen Ende von 1840 Cremieur sich wieder in Paris, Montefiore auf der Rückfahrt befand, daß Mehmed-Ali wie Abdul-Meschid die Unschuld jener Märtyrer des Religionshasses und der Habsucht feierlich erklärt hatten. Nicht unerwähnt wollen wir jedoch lassen, wie am Beginn des Jahres, dessen Begebenheiten wir jetzt schildern, ein Reisewerk des Majors v. Hailbronner erschien (Morgenland und Abendland), eines Mannes, der vollgültiges Vertrauen besitzt, an sich kein Freund der Juden ist, während der Verfolgungszeit in Damaskus anwesend war, und die Unschuld der Leidenden laut verkündete. Stellen wir einige Aussprüche dieses unparteiischen Beobachters her: „Die Regierung *) hatte hierbei nichts im Auge, als die Confiskation des jüdischen Vermögens) der französische Konsul ließ sich zu den unbegreiflichsten Handlungen hinreißen, um den glänzenden Namen eines Beschützers der Christenheit zu erringen, die ganze Rotte schlechten Gesindels aber fischte hier im Trüben, die Einen um Geld zu erwerben, die Andern um für eigene Verbrechen Gnade zu erhalten, die Meisten aber, um Privathaß zu befriedigen." — „Zwar waren die zu Tode Gemarterten nicht mehr *) Mehmed-Ali's nämlich.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.