Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 331)
- Language
- German
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296' Die Theilnahme war eine enorme, und zwar nicht nur von Selten der inländischen Glaubensgenossen aller Fraktionen und. Nuancen von den Führern des krassesten Chaffidäismus angefangen, bis hinauf zu den philosophisch gebildeten Kindern der Gegenwart, sondern selbst aus dem fernsten Auslande liefen Substdien in reichen, hochherzigen Gaben ein, und auch aus Nordamerika steuerten Correligionäre, mit Freuden ihren Tribut bei. Am 13. November hatte daS Hilfscomits die Ehre von Sr. Majestät in Audienz empfangen zü> werden. Es erschienen der Prästdent des Comite's Hr. Dr. Ad. Jellinek, Prediger der iSr. Gemeinde Wien'S im Ornate, Hr. Baruch, Seelensorger der türkischen Juden in Wien, in seiner Amtstracht mit Turban und Tatar, der Obmann des Comitä's, Hr. Ad. Neustadt, ferner die Comitemitglkeder, Hr. Em. Baumgarten, Vorsteher einer theol. Anstalt (des Bet Ha-Midrasch), Hr. Her: Reis, Vorsteher der polnischen Synagogen und Hr. S. SzäntH, Direktor der Haupt- und Realschule. Herr Prediger Dr. Jellinek erbat die Erlaubniß, im Vereine mit dem türkischen Rabbiner den. Segen über Sr. Majestät nach üblichem Brauche, bedeckten Hauptes sprechen zu dürfen, Se. Majestät erwiderten: „Ich bitte, sprechen Sie." — Nun trug der ehrw. Herr Baruch'die Benediktion in hebräischer Sprache mit spanischem Accente vor, und Herr Prediger Dr. Jellinek wiederholte dieselbe in deutscher Sprache. Hierauf laS der Obmann des Comitä's folgende Ansprache ab: „Ew. Majestät! In tiefster Ergebenheit machen wir Ew. Majestät die Anzeige, daß nächsten Donnerstag eine Seelen- und Gedächtmßfeier für die gefallenen Soldaten israelitischer Religion ftattfindet. Das Hilfscomitö für Soldaten israelitischer Religion, fern von jeder .Separation, suchte jene Bedürfnisse zu befriedigen, die am besten von eigenen Glaubensgenossen erkannt und gewürdigt werden: Die israelitischen Nnterthanen Ew. kaiserl. Majestät, welche allen Vereinen ohne Unterschied, ungeachtet der Bedrängnisse der Zeiten, ihre Gäben spendeten, aber auch die Israeliten im Auslande, welche mit warmer Sympathie in den jüngsten Tagen dem Geschicke unsere Vaterlandes folgten, schenkten diesem Hilfscomits