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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1868-01-01 · Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868) · p. Seite 292

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 292 (sequence 327)
Language
German
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IRI
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— 292 — in jüngster Zeit angestellt! Um endlich jeden Zweifel über die Grundanschauungen zu benehmen, sei noch' der letzte Act dieses kleinen Dramas erzählt: Der israelitische Feldprediger hat sich, im Hinblicke auf die Dringlichkeit dieses Amtes, erboten, die Stelle unentgeltlich zu bekleiden und bat nur um die behördliche Autorisation. Der Minister, dem er zuerst mündlich diesen Vorschlag machte, erklärte sich bereit dazu, ohne Anstand die Petition zu bewilligen, . sobald sie ihm schriftlich vorgelegt würde. Die Immediateingabe wurde gemacht — der Feldprediger verzichtete auf die 500 st., die das Budget so sehr belasten könnten — wurde aber nach einigen Tagen auch damit abgewiesen — und damit hat das Drama sein Ende erreicht. Man fragt darum mit Recht, welche besonderen Beweise von Seelenstärke und besserer Bildung gab denn der israelitische Soldat, daß ihm das Ministerium die Auszeichnung widerfahren ließ, der geistlichen Aufsicht ihn entheben zu lassen? Wodurch haben es unsere katholischen, protestantischen, kalvinischen, griechisch-unirten und nichtunirten Mitbrüder im Heer verschuldet, daß man eine fast beleidigende Aengftlichkeit um ihr Seelenheil an den Tag legt und viele Hunderte von Feldkaplanen jedes Ritus und jeder Secte mit vielen Kosten anstellt und was berechtigt den jüdischen Soldaten zu dieser hervorragenden Stellung und liberalen Anerkennung seiner moralisch-religiösen Charakterhaftigkeit, daß man ihn nicht einmal eines vermittelnden Organes mit seiner Glaubensgemeinde bedürftig erachtet? Man weist uns darauf hin, „daß Ln dem bereits fertigen Militärbudget für das Jahr 1867 die Ausgaben für eine solche Stelle (von 500 st. jährlichen Gehaltes!) nicht vorgesehen wurde und daß überhaupt bei den Einschränkungen und unbedingt nöthigen Ersparungen in den Ausgaben auf die Stelle eines israelitischen Predigers verzichtet werden müsse." Gesetzt, dem wäre so, dann wollten wir gerne diesen die Israeliten Oesterreichs sehr ehrenden Vorwand akzeptiren und danken dem Ministerium John für diese implizite ausgesprochene Anerkennung unserer Refignationsfähigkeit und Opferwilligkeit zu Gunsten des Vaterlandes, wie wir es überhaupt dem neuen Kriegsminister nachrühmen müssen, daß er den

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