Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 305)
- Language
- German
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270 durchsuchen, in die selbst er, der Deutsche, zu greifen ermächtiget ist! — Da bespöttelt dagegen der Pole, wie die Deutschen spintisiren und darüber das praktische Leben vergessen: Ein Herr reist mit seinem Diener und muß auf offener Straße übernachten. Er bindet sein Pferd an einen Pfahl und befiehlt dem Diener zu wachen und das Thier in Obacht zu nehmen. Um sich der Wachsamkeit des Dieners zu versichern, Luft er ihn mehrere Mahle an und frägt: Was machst du Moische? — Ich tracht (Ich denke nach), ist jedesmal des Dieners Antwort. Was trachst - denn? „Ich tracht, wie Oehl brennen kann, ist es doch naß?" Hast Recht Moische, tracht nur immerhin, nur schlafe nicht. Der Herr fragt eine Stunde später: Was trachst Moische? Ich tracht: Wenn ich einen Stock in die Erde stecke, so entstehet ein Loch. — Wo ist die Erde hingekommen, die früher da war? Hast Recht Moische, tracht immerhin und schlafe nicht. — Eine Stunde später tracht Moische: Wo die Sonne hingekommen ist, wenn sie untergehet. Gegen Morgen tracht Moische wieder. „Was trachst?" Ich tracht: das Pferd war da an den Pfahl gebunden, und jetzt ist's nimmer da. — Wo das Pferd hingekommen sein mag? Durch folgende komische Parabel züchtigte ein polnischer Jude einen neuorthodoxen deutschen Rabbiner, dernach der Weise der modernen Pietisten im Talmud ganz unwissend, dafür aber durch frömmelnden Rigorismus seine Würde aufrecht zu erhalten suchte. Im Städtchen T. war so ein Doktor ..... heim Rabbiner und offizieller Augendreher, und ward von einem polnischen Juden um eine