Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 278)
- Language
- German
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243. M eister bald übertraf, nicht genügen. Während des Unterrichts, dem der kleine Sarach keine Beachtung zu schenken nöthig hatte, begann der lebhafte Knabe, dessen Geist doch irgend eine Beschäftigung haben mußte , aus Langerweile auf seinen schwarzen ledernen Insxprsssidlss (Beinkleidern) mit Kreide zu rechnen und ward so mathematischer Autodidakt. Später fügte es der Zufall, daß das militärische Genie-Korps den Befehl erhielt, den nunmehr sogenannten alten Friedhof auszumessen. Bei dieser Gelegenheit fiel der Knabe, eine Art von jüdischem Gamin, durch seine geistreichen Fragen und sein kluges Benehmen einem höher» Offizier besonders auf. Dieser nahm den Knaben mit sich und ließ ihn vor Allem deutsch Lesen lernen. Bald mußte jedoch Sarach die Verbindung mit seinem Protektor, an welchem der jüdische damalige Zelotismus großes Aergerniß nahm, aufgeben. Indessen hatte er doch lesen gelernt, konnte sich Wolf's Lehrbuch der Geometrie abschreiben und bildete sich, ohne im Talmud zurückzubleiben, zu einem ganz originellen Mathematiker. Zeuge dessen ist sein arithmetisches Lehrbuch : „Melecheth machscheveth,“ worin, wie man mir sagt, selbst kubische Gleichungen im arithmetischen Wege auf wunderbar scharfsinnige Weise gelöst werden. Auch in die Arzneikunst that er tiefe Blicke und eine von ihm komponirte Salbe wie auch eine. Tinktur leisteten gute Dienste. Er war in Krankheitsfällen gar oft der heilende Genius seiner Schüler, deren er eine große Anzahl hatte, obwohl er grundsätzlich Niemanden unter 15 Jahren in die Zahl derselben aufnahm. In der Gemarawar später 16*