Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 241)
- Language
- German
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206 ten Jahre seines Daseins in Wien und starb daselbst im Jahre 1753. 4. Sein Nachfolger im Amte wurde Moses b.Ahron Lemberger, den bei der in Brünn am 20. September 1753 unter Vorsitz des Grafen Podstatzky stattgehabten Wahl von 24 Wahlmünnern 16 primo loco vorschlugen. Er stand nur 4 Jahre an der Spitze der mährischen Judenheit, da er am 17. Tebet 1758 schon von dem Schauplatze seiner Wirksamkeit abberufen wurde. Zu seiner Zeit erschien die „General-, Polizei-, Prozeß- und Commercialordnung" für die Judenschaft im Markgrafthume Mähren, welche die inneren Verhältnisse und überhaupt die Stellung der Juden regelte und ihren Charakter schon durch ihren Namen bekundet. Die Stellung, Thätigkeit und Lage der mährischen Juden von da ab ist ziemlich bekannt. Der Landrabbiner Gerson b. Mose Poliz war schon zu Lembergers Lebzeiten Lokalrabbiner von Nikolsburg; er unterfertigte das Anerkennungsschreiben des Nikolsburger Rabbinates an Jonatan Eybschitz, erlangte aber sonst keine sonderliche Berühmtheit und starb 17. Adar 1772. Ihm folgten R. Schmölke Hurwitz (st. 2. Jpar 1778). R. Gerson b. Abraham Chajut, ein, Enkel von Mendel Krochmal, 1752 Rabbiner in Hotzenplotz (st. 15. Adar 1789). In seine Zeit fällt die Gesetzgebung des Kaisers Josef II., deren Tendenz dahin ging, allen Unterthanen die Theilnahme an dem öffentlichen Wohlstände zu ermöglichen und ihnen gesetzmäßige Freiheit zu gewähren. Viele Beschränkungen, denen die Juden bisher unterworfen waren, wurden dadurch aufgehoben, doch wurde im Ganzen