Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 217)
- Language
- German
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— - 182 - die Freunde der jüdischen Geschichte auf eine neue dunkle Seite derselben hinzuweisen, zu weiterer Beleuchtung derselben anzuregen, so haben sie nicht zwecklos die Spalten dieses Jahrbuches ausgesüllt und sind zugleich Saatkörner geworden, die auf fruchtbarem Acker vielleicht zur reiferen Entfaltung gelangen. Die Geschichte der Juden in Osteuropa läßt sich wie bekannt nicht hoch hinauf verfolgen. Lauge wohnten sie da zerstreut und unbekannt, bedeutungslos und abhängig oder gar ganz losgerissen von ihrem Mutterstamme, ohne eigene Kraft und ohne inneren Trieb der Selbsteutwicklung, geschichtlich werdend und bestehend, aber nicht lebend und Wirkend. eilften Jahrhunderte erst tauchen Spüren von jüdischen Ansiedelungen in Polen, Rußland und Ungarnnus und auch dazumeist dnrchchie Gewaltthaten, die man ihnen zufügte; das lodernde Feuer des Fanatismus ist hier das Morgenlicht ihrer Geschichte. Im Jahre 1074 wurden in Kiew Inden geplündert und mißhandelt. In Polen zogen sie Bortheil von der unersättlichen Habsucht Mieczyslaw's des Alten (1173—1178). Dieser König, der den Adel und das Volk mit unerschwinglichen Auflagen belastete, aller herkömmlichen Reichsordnung zuwider Aemter verkaufte und deshalb schon nach vierjähriger Regierung! vom Throne gestossen wurde , richtete sein Augenmerk auf die Juden und verpachtete ihnen das Münzregale. In Ungarn lebten sie anfänglich ganz unbeschränkt; sie konnten liegende Güter erwerben und es kawen sogar Mischehen zwischen Juden und Christen vor. Doch scheint ein eigentliches Gemeinwesen unter den