Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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Warum? gefastet hat sie vielleicht? — sagte die Mutter ungläubig. So fürwahr soll ich leben und Du auch, wie sie gefastet hat, und wenn sie heut den ganzen Tag nur einen Bissen gegessen hat, so will ich bei dem ersten Bissen, den ich jetzt essen werd', ersticken. A ba! — sagte die Mutter — ein Privatstück (Meisterstück) hat sie da ausgeführt. Paketel, sie hat gefastet! um eine Welt ist mir leichter! Reich, wie einen König, macht sie mich damit. So ein Winter-Fasttägel, ander als man sich dreimal herumdreht, ist es vorbei. Möcht' sie sich lieber auf „Purim" maskiren für ein ordentlich jüdisch Weib und möcht sich die eignen Haare abschneiden, wär gescheiter und mehr Werth, als wie ihre Fasterei. Von meinetwegen hätt' sie auch essen können! Warum? Du mögst meinen, Gott steht ihr nach ihrem Fasten? Und so ging es immerfort. So lang das Jahr ist, fast jeder Tag führte Veranlassung zu einer den geschilderten Vorgängen ähnlichen Scene herbett An jedem Tage fand die Mutter etwas zu bemängeln an der verhaßten Schnur, sobald ihr der Sohn aber jubelnden Herzens die Nachricht brachte, daß ihre Forderung pünktlich erfüllt sei, dann war das Alles nichts und sie entließ ihn ungetröstet mit der unerbittlich strengen Verweisung auf die eigenen Haare. Dieß war der Punkt, auf den sie schließlich immer zurückkam, diese-eine Forderung verlor sie nie aus dem Auge, und just diese Forderung war es, bei welcher Joffes