Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 163)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Jossef enthüllte die beiden Bilder und sagte: Du hast dahier über Deinem Bett' Einen hängen, den man bei uns dahier nicht kennt; ich bring Dir da zwei Leut', die in ein jüdisch Haus besser hinein passen. Dabei umarmte er seine Frau und küßte sie zärtlich auf Mund und Wange. Sie werden sich mit dem da schon vertragen!—gab ihm die Frau lächelnd zur Antwort. Des andern Tags sah er die beiden frommen Rabbiner unter Glas und Rahmen im Zimmer seiner Frau just dein Friedrich Schiller gegenüber. Voll Freude ging er hinüber zu seiner Mutter und erstattete Bericht über die angenehme Neuigkeit. Nun siehst Du Mutter-Leben! — sagte der gute Sohn — Du meinst als, Rosa ist schlecht, und es ist gar keine jüdische Ader in ihr. Wenn Du aber möchtest hinübergehn in ihre Stub',> möchtest Du ein Seelenvergnügen haben, was für zwei feine Rabbiner da drüben von der Wand herunter sehen; der Rabbi Markus Benedikt, sein Andenken sei zum Segen und der Rabbi Nachum Trebitsch, hundert Jahr soll er leben. Um eine Welt ist mir leichter! — erwiederte die Mutter mit bitterm Lächely —reich wie ein König bin ich! Was Hab ich von diesen zwei feinen Rabbinern, wenn sie von ihrer Wand leider auf ein verheiratet Weib herunter sehen müssen, welches die eigenen Haar tragt! Betrübt schlich sich der Sohn aus der Stube seiner Mutter. Rosa war gewöhnt um vier Uhr Nachmittags die Jause zu nehmen. Hier im Hause der Schwiegermutter