Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 142)
- Language
- German
- Belongs to
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— 107 — da der Mähr ist, denn so was duld' ich nicht in meinem jüdischen Haus. ' Bei dieser Auseinandersetzung athmete Iossef wieder freier und die leichte Röthe, womit sein Gesicht sich überzogen hatte, flog wieder von dannen. Reb Joichene Freiburger kam gerade dazu, als die Mutter die letzten Worte mit großer Entschiedenheit aussprach. Was ist? was duldet Ihr nicht?— fragte Reb Joichene sanftmüthig. Schwäher-Leben — sagte Iossef, was ist das für ein Mannsbild, für ein Bild will ich sagen, was sich mein Rosel-Leben über ihrem Bett aufgehängt hat? Und das ist es, was Ihr nicht dulden wollt in Eurem jüdischen Haus — sagte Reb Joichene und lachte dabei herzlich — das ist wirklich eine Kreuzerkomödie. So zurück seid Ihr hier noch, daß Ihr nicht wißt, was das für ein Bild ist? Mutter und Sohn sahen den Sprecher mit großen Augen an. Das ist ja Friedrich Schiller! — sagte Reb Joichene und lachte noch immer weiter. Man kann nicht behaupten, daß dieser Name geeignet war, Mutter und Sohn über ihre Zweifel aufzuklären; aber sein Lachen hatte sie derart eingeschüchtert, daß sie sich zu fragen schämten, wer dieser Friedrich Schiller sei. Die Mutter aber gewann bald wieder ihre Fassung und sagte: Ja, ja, das heißt eine Welt, in welcher wir heutzutag leben durch unsere großen Sünden. Lauter neue Moden. In einem guten jüdischen Haus soll man sich,