Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 116)
- Language
- German
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- Lod 1× ep/1045074
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81 Drum gehl so häufig irr' der Meisten Geist. So kommt's, daß, wenn ein Bub' das Licht der Welt erblickt. Die Menschen alle freudig thuen und entzückt; Dem Mägdlein aber wird zum Willkommsgruß Ein Schrei voll Aerger, Kummer und Verdruß, Als ob in jedem strammen Rangen Ein Meteor wär aufgegangen, Das Licht verheißt und Förderniß Der Wissenschaft, wie einst in Nisibis Sie ihr verlieh Jehuda ben Bethira Und Clieser des Asarja Sohn in Lydda ^), Und als ob Unheil nur von Töchtern Bereitet würd Familien und Geschlechtern; Erfahrung aber hat schon oft gelehrt, Daß es in dem Betracht ist umgekehrt. Wie mancher nachmalige Bösewicht, Der frech verletzt Beruf und Pflicht, Der Heiliges verwarf mit Spott und Hohn, Hintangesetzt Moral und Religion, War freudig, festiglich empfangen Mit Ehren, Auszeichnung und Prangen, Als er mit Schmerz geboren ward, Und sich als Knäblein offenbart. Wie blitzschnell machte da die Runde *) Zur Zeit, als Trajan die Parther bekriegte (107 p. C. war in Nifibis eine Hochschule, welcher R. Zeh. b. Bathira Vorstand, der bei seinen Zeitgenossen hoch in Ehren stand. Jost, Gesch. d.' Jud. ' 6