Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 115)
- Language
- German
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80 Doch, ach, was frommt das unfruchtbare Sehnen, Das Klagen, Seufzen, Jammern und Stöhnen Es ist nun einmal so der himmlische Beschluß, Dem ich mich in Geduld wohl fügen muß. Ich hab's Gebrechen nun einmal zur Welt gebracht, Und es zu bannen gibt es keine Macht. Sich über Leiden aber härmend grämen, Die Niemand mächtig ist, von uns zu nehmen, Kann nur verdoppeln das Maß der Qual, Und bleibet eitles Mühen allzumal! Wer auch zu mir sich mit der Tröstung wendet, Hat auch die beste Nede nur verschwendet. So will ich mich geduldig drein ergeben; Es endet alles Leid ja einmal mit dem Leben Es lehren ernstlich ja die alten Weisen, Man müsse Gott für Alles dankbar preisen, Mit frohem Herzen für das Heil und Glück, Und mit Ergebenheit für's Mißgeschick. So sprech ich denn mit schwachen Lippenregen, Jedoch gefaßt den alten Morgensegen: „Mein Gott und Herr, gepriesen sei und bleibe, Daß du mich nicht gebildet hast zum Weibe." Es ist nun Mal in unsrer lieben Niederwelt Um Einsicht und Vernunft gar arg bestellt. Es fehlt an Bildung und Erziehung allzumeist, ' *) Ein Segensfpruch im täglichen Morgengebete, den Männer sprechen.