Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 52)
- Language
- German
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17 dieser Trieb von Natur böse, wie sollte ihn der Mensch in einen guten verwandeln? Aber ich (Gott) sage dir, o Mensch, daß du ihn erst zum Bösen machst. Siehe als Kind von sechs, sieben, acht, neun und zehn Jahren lebtest du in deiner Unschuld, frei von Sünde und Fehl, und hattest keine Ahnung von bösen Trieben. Könntest du nicht in dieser Unschuld fortleben und dein Herz rein erhalten? Allein zugegeben, es steckt etwas in dir vom bösen Triebe und hartnäckigem und widerspenstigem Sinn. Wie viel harte Dinge habe ich in meiner Natur geschaffen, die du weich, wie viel bittere, die du süß machst? Die von Natur steinharte Feigbohne machst du durch siebenmaligen heißen Aufguß weich; bitteres Senftkorn und harte Kappern kannst du durch Kunst und emsige Mühe süß und milde machen. Warum solltest du nun den angeborenen Trieb, der ganz in deiner Hand liegt und in deiner Gewalt ist, nicht auch in einen guten umwandeln können? Ja noch mehr! Wie viele Menschen habe ich mit ausgesprochenen schönen und herrlichen Anlagen zum Guten geschaffen, die aber dann gänzlich entarteten I So habe ich Chiram, den König von Tyrus, mit herrlichen Eigenschaften ausgerüstet, wie es ihm mein Prophet Ezechiel nachrühmt: „Tadellos warst du in deinem Wandel, seit dem Tage, daß du geschaffen wurdest;" (Ezech. 28, 15) später aber verfiel er so tief in Sünde und Unrecht, daß ich ihn des Thrones entsetzen mußte. Oder siehe das Menschengeschlecht beim babilonischen Thurmbau! Alle Menschen hatten ehedem einerlei Sprache 2