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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1868-01-01 · Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868) · p. Seite 5

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 5 (sequence 40)
Language
German
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5 die zwar schon längst am Lebensbaume Israels — der heiligen Schrift — reiste, die er aber nur zufällig unter dem Laubwerke oder an den Wipfeln zuerst entdeckte, und daher neidlos zur Theilnahme am Genüsse derselben jeden Berufenen und danach Begehrenden einlud. Wie ein Psalmist den andern, so bereicherte ein Redner den andern mit Stoff und Material, und so benützte einer den andern, ohne ihm Unrecht thun zu wollen, oder ihm solches zu thun. Zum Nationalschatze that Jeder was dazu, und Jeder schöpfte daraus, ohne ihn zu erschöpfen. Und wenn auch der Midrasch-Tanchuma ja seinen Namen an der Stirne trägt, so dürfen wir uns dennoch nicht wundern, fremde Produktionen darin zu finden, ohne die ersten Eigenthümer benannt zu sehen. Es ist aber auch möglich, daß das Fremde von einem später« Sammler herrühre, dessen Hände ohnedieß an vielen Stellen nicht zu verkennen sind. Daß aber auch unser R. Tanchmna von jenem wahrhaft nationalen Geiste der Gemeinsamkeit durchdrungen war, beweist uns eine, unseres Wissens noch nicht bemerkte Eigenthümlichkeit im Tone vieler seiner Reden, der'sich dann und wann auch in der Pestikta findet. Sehr oft nämlich tritt die Persönlichkeit des Redners in den Hintergrund und läßt, wie die alten Propheten, die Gottheit selber die Rednerbühne besteigen und zu den frommen Zuhörern sprechen. Es ist, als wenn die alten Seher aus den Gräbern erstehen würden, und die heilige Schrift selber ihr tief ergreifendes Wort ertönen ließe! Oft glaubt sich der Leser in die schönen Urzeiten Israels versetzt, wo noch der Himmel der Erde so nahe war! Dieser

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