Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 281)
- Language
- German
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177 Antwort: „Ich gehe der Magd wegen, die Dich verklagen will, auf's Rabbinat." — „Das schickt sich nicht," keifte die Frau. „Ich bedarf nicht Deiner Fürsprache, und Du, als Heiliger, kannst nicht als Widerpart einer Magd vor Gericht stehen." — „Widerpart?" rief Wolf verwundert aus, „wer sagt Dir, daß ich gegen das Mädchen sprechen will? Im Gegentheile, ich gehe zu Gericht, um einer armen Waise als Anwalt gegen die Zanksucht ihrer Gebieterin zu dienen/' — Ein Parteiführer war ferner Llimelach aus Lusensk, der viel Unsinn geschrieben und gepredigt hat, und durchaus als Philosoph gelten wollte, endlich Isak Lublin, Moses-Lob Sassiba, Salomon Karlin, Hirsch Zedoschow, Saiom Belsa und das Ziel vieler Wallfahrer, Meyer Premissl. Eine schwere Menge Heiliger lebt in den verschiedensten Stellungen, als da sind: Rabbiner mit und ohne Anerkennung der Regierung, als Privatwunderthäter mit fixen Posten oder auch als fahrende Taamaturgen, als freiwillige Exulanten, die entweder lebenslängliches oder zeitweiliges Exil angelobt haben, und stets in der Fremde sein müssen, aber auch reiche Gutsbesitzer, die in prächtigen Karossen fahren, bemittelte Kaufherren, Rentiers sind als Chasiidimhäupter thätig. Ein vollständiges System des Chassidäismus gibt es nicht, und Methode ist nie in diesen Wahnsinn gekommen. Bloß die Fraktion der Chabad hat sich eine Art von raisonnirender Mystik geschaffen und die in Galizien unter dem Namen der Kotrikyer vorkommenden Gemeinden lassen dem Studium des Talmud's Gerechtigkeit widerfahren. Die Uebrigen sind sie glückliche Menschen und gefährliche Nachbarn. Glücklich, weil sie kein Schmerz quält, kein Unglück schreckt, keine Sünde drückt. Den Schmerz nehmen sie entweder als Fügung Gottes hin, 12