Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 278)
- Language
- German
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174 hat, und der Glauben hat noch immer Arme bewaffnet und die härtesten Herzen erschlossen. Zur Tafelrunde Bescht's selber gehörten: Leibisch aus Meseritsch, Moses Kers, Moses Ritoba, Nachman Hradenka, Nachmann Kasseb, Jakob Kopel, Kehafh Warschau, Raphael Berschter, Samuel Kaminka, lesaias Janova Leb, Prediger und Berfaffer des Buches ^Lowengebrüll," Lob Ristiner, Abraham ^ba, Rinchas RoritLer. — Ob wir diese Namen richtig schreiben, wissen wir nicht, da unsere Quelle sich hebräischer Typen bedient, die eine mehrfache Lesung zulassen. Was von all den Leuten erzählt wird, ist so ziemlich demjenigen gleich, was Bescht selber beigelegt wird. Der glücklichste unter diesen Männern scheint uns der letztgenannte zu sein, wenigstens war er glücklicher als Bescht, dessen Sohn bloß ein „heimlicher" Heiliger war, d. h. Einer, dessen göttliche Znhärenz nicht zu merken ist, und an dessen geistige Befähigung man wohl glauben muß, ohne sie jemals zu beweisen. Pinchas Sohn hieß Moses Schapira, war Rabbiner und Buchdrucker in Lavita, und hinterließ sein typographisches Institut seinen Söhnen, welche sich durch Editionen kabbalistischer Werke berühmt gemacht. Bon diesen beiden Söhnen wird folgendes interessante, wie uns scheint, w a h re Anekdötchen erzählt: Sie wurden unschuldiger Weise der russischen Regierung denunzirt, und, wie dieß bei der elenden Justizpflege zu jener Zeit häufig vorkam, in den Kerker geworfen, gemartert und endlich zum sogenannten „Spießruthenlaufen" verurtheilt. Wie man weiß, werden hiebei zwei lange Reihen Soldaten mit Ruthen in den Händen aufgestellt, derBerurtheilte muß mit entblößtem Rücken die lebendige Gasse durchlaufen und den Rücken sich blutig schlagen lassen. Biele Spießruthenläufer sterben vor Qual und Schmerz,