Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 232)
- Language
- German
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128 vorstellten, und schloß sich ihm an. Aber Bescht blieb blöde und verschlossen, alle Beobachtung war vergebliche derWehrwolftödter verrieth durch Nichts seine höhere Natur. Da gerieth der Schriftenbewahrer auf folgende List: Er gab vor, im Hause des Schwiegervaters die nöthige Ruhe zu vermissen und schlug seine Studierstube im Lehrhause auf, wo der blöde Schulgehilfe den Dienst hatte. Hier saß er bis spät in die Nacht, der Bescht saß dumpf und theilnamslos neben ihm. Um Mitternacht lehnte der Schriftbewahrer sich hin, als wenn er schlafen wollte, blinzelte aber durch die halbgeschlossenen Augenlider nach dem Schulgehilfen. Dieser glaubte seinen Stubenkollegen eingeschlafen, erhob sich rasch und setzte sich hin zu den heiligen Büchern und hob die Weisheitsschätze, die in den Schachten schlummerten, mit vernehmlicher Stimme, daß den gelehrten Adamssohn ein Grauen überkam. So that der reiche Mann drei Nächte hintereinander, ließ endlich wie durch Zufall eine der anvertrauten Geheimrollen fallen. Bescht war wie der Blitz darüber her, verschlang die Schrift mit den Augen und war sogleich damit vertrauet. Nun war Adam's Sohn sicher, daß der ihm von dem sterbenden Vater bezeichnete Israel, Sohn Elieser's, kein anderer als der vermeintlich blöde Schulgehilfe sei, ließ sich ein Häuschen außerhalb der Stadt bauen, nahm das Murmelthier in Dienst zu sich, lebte mit ihm in der Einsamkeit Jahre lang und ließ sich in den heiligen Geheimschriften unterrichten. Alle Welt war erstaunt über die seltsame Wahl, die Adamssohn getroffen und erklärte sich diese Leidenschaft für einen blödsinnigen Menschen nur damit, daß der reiche Gelehrte die Verdienste des verstorbenen Elieser, an dessen -Sohne, dem blöden Israel, entgelten wolle. Mittlerweile studierten Bescht und Adamssohn gar wacker fort, nahmen tagtäglich die vor-