Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 218)
- Language
- German
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114 sich hinein in das vom wilden Gestrüppe umwachsene Gehöfte, Über wer sich hinein verirrt hat, der stehet seine blauen Münder. Die zerlumpten Gestalten verwandeln sich in fürstliche Personen, die schmutzigen Kinder sind liebliche Elfen in goldenen Kleidchen, die Sonnenstrahlen für Haare haben. Die Hütten sind marmorne Paläste, die wüsten Felder, lachende Gärten, die Pfützen spiegelklare Teiche, in denen Goldfische herumschwimmen und wo schneeweiße Schwäne ihre Furchen ziehen, die Tannen sind Riesen, welche die Wache halten und die wilden Hecken schön gelockte Edelknaben, die ihre goldenen Lanzen dicht neben einander halten, um dem Eindringlinge zu wehren. Ich weiß aber ein Hinterpförtlein, durch welches man in das Elfendorf gelangt, da schlüpfen wir durch und stehen in der Welt der Beschtmenschen — die das gaffende Volk — OÜÄZsiäiw nennt. Bescht's Thaten und Leben. Märchen und Wunder dürften eigentlich niemals zu Protokoll gegeben werden; denn käme so ein nüchterner Aktenmensch darüber, der unter Wahrheit nichts anderes äls ThatsächÜchkeit und unantastbare Wirklichkeit verstehet, so würde er darin nur Lüge und Unmöglichkeiten sehen und den stolzen Bau wie ein Kartenhaus zusanimenwerfen. Aber im Märchen ist eben nicht die bare Existenz und im Münder nicht der Thatbestand die Hauptsache, in beiden muß vielmehr das Str eben sich wahrscheinlich zu machen, und die Gewandtheit im Erfinden jene Kleinigkeit, die man Thatsache nennt, ersetzen. Die Hauptsache aber bleibt die Tendenz dieser Phantasiegebilde, die um so mächtiger sich aufdrängt, je schroffer ihr Gegensatz zur wirklichen und möglichen Erfcheinungswelt sich darstellt, wichtig ist die