Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 203)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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99 gebeteten Vater, ein schönes Denkmal setzen, das die einfachen Worte zieren: Simcha Pinstker, Mensch und Forscher. Mensch war Simcha Pinsker in der würdigsten Bedeutung des Wortes. Seit ihn der Ernst des Lebens erfaßt hatte, bildete er in sich die Vorzüge, die Rabbiner Schebach auszeichneten, in fast idealer Weise aus. Kaum war seine jugendliche Sturmperiode vorüber, so war auch jede Spur der Mystik wie weggeweht. Und wenn er auch später sich toleranter gegen die Mystik verhielt als sein Vater, so geschah dies aus dem einfachen Grunde, weil sie ihm nicht als eine Macht, sondern höchstens als ein Gegenstand historischer Studien entgegentrat. War R. Schebach ein abgesagter Feind der Heuchelei, so ist von Simcha Pinsker zu sagen, daß, wie dem Körper athembare Luft, so seinem Geiste Wahrheit wesentliches Lebensbedürfniß war. Wahrheit im Umgänge gegen Groß und Klein, gegen Hoch und Niedrig, gegen Freund unh Feind. Wahrheit auf wissenschaftlichem Gebiete nicht nur anerkannten Autoritäten, sondern selbst seinen eigenen Lieblingsvorstellungen gegenüber. Auch R. Schebachs Sinn für gemeinnütziges Wirken 'vererbte sich auf seinen Sohn. Wir haben diesen bereits als einen der Gründer der Knabenschule kennen gelernt; er war aber auch einer der Gründer der odeffaer jüdischen Mädchenschule. Bis an sein Lebensende verließ unfern Pinsker die. Verehrung für seine Eltern nicht. In den Vierziger Jahren uns einer Reise nach Dresden begriffen, trieb es ihn nach Tarnow, um ein versäumtes Liebeswerk nachzuholen und 7*