Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 187)
- Language
- German
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83 — darob beim Großvezier an, und er wurde in ein Schloß an dem Bosporus gebracht, wo er noch immer seinen Jüngern Vorträge hielt. Als es dem Sultan zu Ohren kam, daß viele Juden täglich zu Sabbatai'S Aufenthalte überschisien, stellte er 65 Janitscharen vor dem Schlöffe, das Sabbatai bewohnte, auf, die den Befehl hatten, jedem Juden der dies thue, 50 Schläge auf die Fußsohlen zu ertheilen. Aber auch dies wirkte nur zum Theile. Es war nicht früher Ruhe bis die Rabbiner durch Bitten und Geld beim - Großvezier die Verbannung Sabbatai's nach Basson, einem Orte über Salaiki, erwirkten. Er soll im Jahre 1676 in einer Stadt Arnot-Seli-Gradu am Versöhnungstage der Kolik erlegen sein. Nach Sabbatai's Tode spielte Josef Philosoph's Sohn Jokob, zubenannt Keredo, dann auch für eine Metempsichose Sabbatai's gehalten und mit dem Beinamen Zebi belegt, in Saloniki dessen meffianische Rolle fort. Viele Hunderte von Heiden traten durch ihn zum Islam über; er selbst wallfahrte nach Mecca zu Mohamed's Grabe, und starb auf dem Rückwege in Alexandrien. '. In Polen verbreitete derselbe Nehemia Kohen, der die Veranlassung zu Sabbatai's Sturze gewesen, den Glauben an Sabbatai's Meffianität und erwarb sich dadurch viel Geld. Er wurde von den polnischen Rabbinern verbannt, wunderte in Deutschland unter dem Namen Jakob umher, kam 1690 nach Amsterdam, lebte dort blind und obdachlos von Bettelei, erzählte noch immer Wunder von Sabbatai und seinen entzückenden Gesängen, bis er an einem Aussatze förmlich auf einem Misthaufen starb. So war die durch Sabbatai veranlaßre Gährung der Gemüther wieder in sich versunken, in den Gemeinden war 6*