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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 73

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 73 (sequence 177)
Language
German
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IRI
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73 aU eine Restitution (Tihkun) für alle Sabbate, die sie bis jetzt nicht gehalten haben, zu betrachten. Unterdeß kamen verschiedene Abgeordnete aus Europa nach Kostaia, um Sabbatai zu sehen und zu sprechen. Am 19. Tammus langten die polnischen Abgesandten, der eine Jesaia, ein Sohn und der andere Leb, ein Stiefsohn des Rabiner David Haleri, des bekannten Verfassers des Comentar's „Ture Sahab" zu Karows Ritualkodex. (Geb. 1586, gest. 1667.) Sie erhielten Einlaß bei Sabbatai und erzählten ihm von den Leiden der Chmel'schen Verfolgung, er wies auf seine Kleidung hin und sprach: „Ein Tag der Rache ist in meinem Herzen und das Jahr meiner Erlösung ist gekommen," und auf die geschilderten Blutscenen antwortete er mit den biblischen Worten „Ich tränke meine Pfeile von Blut," und sang ihnen dann verschiedene Psalmen unter Thränen vor, die auch ihnen solche hervorlockten. Er erkundigte sich nach dem Wohlsein ihres Vaters und gab ihnen, da sie ihn als einen schwachen Greis von 80 Jahren bezeichneten, ein Stück Zucker als Heilmittel für ihn mit. Dann nahm er ein sehr schönes Hemd von seinem Leibe, gab es' dem Rabbiner Leb mit der Aufforderung es anzulegen und dabei die Schriftstelle herzusagen: „Es erneue sich wie ein Adler deine Jugendkraft." Jesaia als der eigentliche Sohn war darob beleidigt, da ihm als dem eigentlichen Sohne des Rabbiners David die Ehre gebührte, wurde aber von Sabbatai mit einem „schweigt" niedergedonnert, und erhielt eine mit Gold durchwirkte Binde als Auszeichnung für seinen Vater, indem er hiermit insoferne Jesaia's Ehrgefühl beruhigte, daß er das Hemd blos als Kleidungsstück zum Wohle des Leibes, die Binde aber als Ehrenzeichen erklärte.

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