Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 162)
- Language
- German
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— 58 ' — feine Verbindung mit Natan Binjamin Asknasi. Natan war ein Schüler des N. Jakob Bhagez, hatte von Jugend auf mit Nahrungssorgen zu kämpfen, denn er hatte außer einer kärglichen Unterstützung von der sefardischen Gemeinde in Amsterdam nichts, und war daher stets schwermüthig, verdrossen und verschlossen. Seine Lage besserte sich als er auf Verwendung seines Lehrers die mit einem Augenfehler behaftete Tochter des Freiherrn Samuel Lisabona in Gaza heiratete. Mit diesem Natan verabredete nun Sabbatai seinen Plan, öffentlich als Messias aufzutreten; erfand an ihm für denselben ein passendes und gefügiges Werkzeug, einen Schwärmer und Betrüger, klug und unternehmend, den rechten Mann, Propaganda zu machen. In Gaza wußte man nicht, dass Sabbatai dort sei, da er sonst dort dasselbe Aufsehen wie in anderen Orten erregt hätte, dagegen machte sich Natan durch vieles und anhaltendes Beten und Weinen, durch das Aufsuchen der Einsamkeit und sein sonderhaftes Benehmen, so auffallend, daß man ihn von allen Seilen mit Fragen nach dessen Ursache bestürmte. Darauf forderte er zur allgemeinen Buße auf, da der Messias bereits auf der Welt sei und man durch fromme Werke sein Erscheinen beschleunigen müsse. Er fand Gläubige, die in Tallit und Tefillin fastend in seiner Nähe weilten. Er forderte sie einmal plötzlich zum rituellen Taufbade auf, indem er ihnen zu ihrem Erstaunen sagte,, es sei, trotzdem sie schon lange jedem ehelichen Umgänge ferne wären, einer von ihnen unrein, was sich auch bei der Selbstuntersuchung ergab. Sabbatai hatte unterdeß seine Gemalin aus Alexandrien abgeholt und Natan rief ihn, nun namentlich zum Messias aus. Sabbatai stellte sich, als hätte er von seinem Erlöserberufe keine Ahnung; ließ den Propheten vor sich holen und forderte ihn ernstlich