Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 161)
- Language
- German
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57 gebeLe bei der Höhle Maihpela vergoß er stromweise Thränen, das ganze Volk begleitete und belauschte jeden seiner Schritte. Die ganze Nacht hindurch brachte er wachend in einem von zahlreichen Lichtern erhellten Hause zu, ging auf und ab und recitirte laut, mit froher und angenehmer Stimme auswendig die Psalmen. Des anderen Tages zog er nach verrichteter Morgenandacht durch Gaza an den Ort seiner Bestimmung. Josef NafaÄ gewährte ihm Alles und fragte ihn nach dem eigentlichen Zwecke seiner Reise, da er doch bei der unter ihnen herrschenden Freundschaft sich seiner Mission auch brieflich hätte entledigen können, worauf Sabbatai erwiederte, daß er die. ihm von der Vorsehung bestimmte Ehehälfte hier zu empfangen gekommen sei. Während der Judenverfolgungen in Polen im Jahre 1649 war nämlich die 7jährige Tochter eines Rabbiners Meir geraubt und in ein Nonnenkloster gesteckt worden. Etwa in ihrem 16. Lebensjahre entkam sie. Der Sage nach überraschte sie ihr bereits verstorbener Vater einst in der Nacht, entführte sie aus dem Bette durch das Fenster hinaus, stellte sie so, nur in einem leichten Hemde gekleidet, auf den Gottesacker, und enthüllte ihr, daß sie als Jüdin geboren, und die Frau des Messias zu werden bestimmt sei. Des Morgens hätten sie die Juden dort getroffen, angekleidet und nach Amsterdam geschickt, wo sich ihr Bruder Samuel aufhielt. Von dort wurde sie nach Aegypten gebracht — parteiische Berichterstatter lassen sie einige Zeit unkeusch in Livorno leben — wo Sabbatai mit ihr einen nicht mehr aufgelösten Ehebund schloß. Sara ~ so hieß sie — wird jetzt seine treue Lebensgefährtin und wird nicht ohne Einfluß auf seine Schicksale. Doch müssen wir jetzt einer wichtigen Bekanntschaft gedenken,' die Sabbatai auf seiner Rückreise aus Alexandrien in Gaza machte, es ist