Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3183019--6460-3183482- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Existenz heranzuziehen, an welcher sie das bemäckelte Glaubensbekenntniß, dessen bloße Nennung sie nur mit Schauder erfülltedas um mit der klein-großen Rahel zu reden, ein Unglück und nicht eine Religion sei, nicht fürder wie eine Sklavenkette fortschleppen sollten. Sie selbst wollten sich in den Gewändern des abgetragenen Glaubens noch durchwinden, um wenn auch nicht darin zu leben und zu wirken, doch — darin begraben zu werden. Wie Moses von der Höhe herab auf das Land jenseits des Wassers blickte, wo seinen Nachkommen Milch und Honig fließen sollte, so auch Jene, — freilich nur darin dem Moses zu vergleichen. Daß dabei keine andere Frage aufgeworfen wurde, als die, welcher Glaube der zeitlich beglückende sei, dürfen wir nach den Ueberlieferungen, die uns zu Theil geworden sind, getrost annehmen. Und wie dieselbe ohne allzulanges Bedenken in rascher Aufeinanderfolge bejaht und darnach verfahren wurde, das lehren uns dieselben Ueberlieferungen. Etwa innerhalb eines Jahrzehntes ließen acht bis zehn der reichsten und angesehensten Stammhalter jener Gemeinde die ihrigen über das Wasser, ziehen, das damals noch die Freien von den Unfreien, die zu allen Ehren und Würden Berufenen von den, wie es schien, für immer davon Ausgeschlossenen schied. Oder vielmehr, sie riefen über sie herbei das Wunderwasser, das ihnen mit dem neuen Glauben und der allein damit 'zu bringenden Seligkeit, auch ein unverwüstbares Erdenglück zum Pathengeschenk bringen sollte. Und damit lieber Leser, meinst du wohl, ist die kleine Geschichte auch schon zu Ende. Denn was weiter geschah, ist doch wohl selbstverständlich genug. Die kleine Gemeinde, in dieser Weise ihrer reichsten