Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite LX (sequence 92)
- Language
- German
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kenhaus Bethanien, aber die Regierung trat entschieden dagegen auf. Rühriger waren die Juden Preußens, namentlich in Berlin, in der Arbeit an ihrer eigenen Entwickelung. Ein intelligenter Vorstand, der die Exekutive besorgt, stand lange Zeit einer starren Repräsentanz, dort die Legislative bildend, gegenüber. Nach vielen fruchtlosen Korrespondenzen veröffentlichte der Vorstand einen Appell an die Gesammtgemeinde, die Repräsentanz erwiedert darauf mit einem ähnlichen Schriftstücke. Es werden neue Wahlen ausgeschrieben, ein heißer Kampf entbrennt, an welchem sich sämmtliche Urwähler beteiligen, die Fortschrittspartei siegt und setzt ihr Programm im Sinne des Liberalismus durch. Obwohl von Or. Geiger in Frankfurt a. M. ausgehend, dürfte dennoch der Versuch zur Bildung eines der Alliance isräel. universelle ähnlichen Vereins für allgemeine Interessen des Judenthums hieher zu rechnen sein. Der Verein scheiterte, da ihm eine praktikable Basis fehlte. Schließlich erwähnen wir noch den Versuch des Dr. Steinthal, ein Irrenhaus für jüdische Geisteskranke zu kreiren, über dessen weitere Schicksale nichts vorliegt. Als besonders schönes Institut ist die Zunzstiftung für Beflissene jüdischer Wissenschaft zu nennen. In H a n n o v e r ist die Emanzipation eine vollendete Thatsache. Im heurigen Jahre hat die Ständeversammlung statt 2500 Thalern für jüdische Kultuszwecke 5000 Thaler votirt, und es anerkennend hervorgehoben, daß die Juden, deren es nur 2220 Beitragspflichtige gibt, gegen 50.000 Thaler für ihre Schulen und Synagogen verwenden, während ihre direkten Steuern 32000 Thaler