Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XXXII (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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xxxri lichen Drange folgend, nach allen Seiten hin, sammelt sich in einigen günstig gelegenen Punkten an, und theilt sich in kleinere Kanäle und Arme, wie die territoriale» Umstände es eben gestatten. Uns beschäftigt aber die Frage, welche Folgen diese Veränderungen des Schauplatzes für die Entwickelung der Kulturinteressen haben müssen? Fassen wir uns kurz, so glauben wir, daß Voründ Nachtheile sich so ziemlich das Gleichgewicht halten, wo nicht gar die letzteren vorwiegen. Es entstehen allerdings neue Gemeinden und sogar in Ortschaften, wo man vormals die Juden nur aus Schauermährchen und Mönchslegenden kannte, und es mag gut sein, wenn man in gewissen Schichten zum Bewußtsein kommt, daß die Juden keine Pferdefüsse und Bockshörner haben. Dafür aber verkümmern die altern Gemeinden, Institute, die durch den Fleiß und die Liebe mehrere Jahrhunderte hindurch /erhalten und emporgebracht worden sind, gehen ihrem gänzlichen Verfalle entgegen, und die von wohlhabenden . Juden verlassenen Ghetti sinken zu Bettelherbergen hinab, wo ein erbarmungswürdiges Häuflein, das die Kraft nicht hat, nach dem Wanderstabe zu greifen, erbärmliche Unterkunft findet. So veröden uralte Synagogen, so liegen Schulen, Gebäude anderer Institutionen brach, und da sie aus religiösen Gründen nicht durch Verkauf nutzbar gemacht werden dürfen, so sind sie als verlorne, weil tobte Kapitalien, anzusehen. Eben so wenig darf man jenen Anwuchs/ welcher den Hauptstadtgemeinden durch die Freizügigkeit geworden ist, für reinen Gewinnst erklären- — und hat sich mindestens in Wien bisher noch