Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite II (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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II jenem Ringen und Streben, wie Leben und Entwicklung im Allgemeinen sie bedingen, zu identisiziren. Nicht die Triebkräfte, die das Wachsthum charakterisiren, sind es, welche da in Bewegung und Aufregung geratheo, es ist vielmehr ein Kampf um die ganze geistige und leibliche Existenz. in ganz unbildlichem und eigentlichem Sinne des Wortes, ein Kampf um ein Dasein, welches bei allen auf dem Erdboden lebenden Menschen vom Uranfange her außer aller Frage steht, und das man einzig und allein noch dem Juden und dem jüdischen Volke streitig machen und ernstlich anfechten will. Der Jude muß noch immer Argumente herbeischnffen, um sein Recht auf Leben, Vaterland, freien Gebrauch seiner Kräfte zu beweisen, und hat er den Beweis theoretisch geführt, dann muß er für gesetzliche Verwirklichung der Theorie in's Feld ziehen, und ist schließlich ein Gesetz abgerungen worden, dann gilt es erst ihm Leben, praktische Durchführung und Popularität zu gewinnen. So ging eö uns von ewigen Zeiten her, und wir frage» daher nach Befinden unserer Nebenmenschen, indem wir uns um das Gedeihen der ewigen Friedensverhandlungen erkundigen: „Ist Friede mit Dir?" Aber Jrrthum ist es anzunehmen, daß es in dem ewigen Kriege, den uns der unerforschliche Rathschluß der Vorsehung auferlegt hat, sich um das spezifisch-jüdische Interesse allein handle, es gilt vielmehr die Emanzipation des Rechtsstaates aus den Banden, die ihm eine verfahrene Politik angeschmiedet hat, es gilt den einen Kampf um die Freiheit des Gewissens im Allgemeinen. Nicht die Humanität allein, an die man noch im Anfänge des