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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 254

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 254 (sequence 324)
Language
German
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254 ten Tage war der Gemeindevorsteher mit einigen der vornehmsten und ältesten Männer fünf Meilen weit nach einer Stadt gefahren, um dort den sehnlichst Erwarteten feierlichst einzuholen und nach der neuen Stätte seines Wirkens zu begleiten. Daselbst angekommen, fand sich jedoch keine Spur von dem jungen Rabbiner vor, altes Fragen und Umhersuchen erwies sich als fruchtlos. Sie kehrten nun etwas mißmuthig wieder zurück; es war an einem Freitag Nachmittage^ als die ehrwürdigen Häupter der Gemeinde wieder in das Weichbild ihrer Heimath und Familien einfuhren.' Kopfschüttelnd hörte man die Kunde von dem nicht Gefundenen an, und tröstete sich schließlich damit, daß man ihn sicher gefunden hätte, wenn der Brief, den man ihm geschrieben, angekommen wäre. Denn darüber hatte man keine Bestätigung. Mittletweile war der junge Rabbiner dennoch angegekommen, wenn auch in einer andern Gestalt und mit einem andern Charakter bekleidet, als man vorauszusetzen berechtigt war. Beinahe gleichzeitig mit den in drei schönen Kutschen einherfahrenden Gemeindeältesten nebst dem Borsteher, war ein hochgewachsener junger Mann in bestaubter Kleidung, einen riesigen Stock in der einen, ein kleines Bündelchen in der andern Hand haltenden die „Gasse" eingekehrt, und hatte sich bei dem ersten Knaben, den er traf, nach der Gemeindeherberge, nach dem „Heldisch" erkundigt, woselbst er eine nicht unbeträchtliche Zahl schon früher angekommener Gäste bereits traf, die alle für den morgigen Sabbat die Gastfreundlichkeit der Gemeinde genießen wollten. Man hieß den neuen „Gast" willkommen, und bedeutete ihm sogleich, an wen er sich zu wenden habe, um die übliche Anweisung auf Verköstigung für heute Abend und den morgigen Tag zu erhalten.

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