Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 319)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3183017--6330-3183351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
249 Gästen dort promenirte, den Wunsch, man möchte ihn nun doch von seiner Stelle ausheben. Und nun war auf einmal keine Spur von ihm zu sehen und an seiner Stelle war ein geschmackvoll arrangirtes Blumenbouquet getreten. Es wurde der alte Friedrich, der Gärtner, der sich in der Nähe befand herbeicitirt, um über den Vorfall AuH schluß zu geben. „Ich bin, mein Alter, recht zufrieden für die Ueberraschung, mich vom alten Krüppel befreiet zu haben," sagte ihm der Graf. Friedrich schaute sich voll Entsetzen um, und platzte heraus: „Ja da muß der Teufel und seine leibhafte Großmutter die Hände im Spiele haben. Ja noch gestern, als die Herrschaften zur Jagd abgingen, besuchte ich die Esplanade und sagte zum Stephan, dem Gartenjungen: Sieh' einmal, der alte strecke seine abgestorbenen Arme nach, als wolle er auf seine alten Tage noch eine Jagd mitmachen. Ja seit bald 37 Jahren, daß ich die Gärtnerei hier betreibe, ist mir so ein Kasus nicht vorgekommen! „Man muß bemerken, daß es ein umfangreicher Baum, und wohl die Mühe mehrerer Hände erfordern müßte, um ihn sospurlos zu entfernen, daher das Erstaunen des Alten ein natürliches. Indessen bemerkte ich, wie Lord T. seine linke, in einer Schlinge getragene Hand untern Tisch geleiten ließ. Es siel mir nun ein, wie er gestern mit seinem Reitknechte von der Gesellschaft sich absonderte und eine Richtung rückwärts einschlug, der verwundete Daumen endlich, all das gab mir einen Fingerzeig. Ich deutete es der gegenübersitzenden Gräfin an und sie raunte dem Grafen ein Paar Worte ins Ohr. Dieser stand auf und sagte. „Gibt es nicht außer dem Teufel und seiner Großmutter noch irgend einen gutmüthigen Geist in der Person eines herzlichen Freundes, der ein solches Zauber-