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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 245

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 245 (sequence 315)
Language
German
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245 leicht befriedigen; sie leben hier auf den Gütern als die Ziehtöchter des Nachman." „Seltsam! das war mir total unbekannt." „Es verliert aber einen großen Theil seiner Seltsamkeit, wenn man auf die nähern Verhältnisse eingehet, unter welchen die Uebergabe der Kinder in die Aufsicht des Nachman geschah. Das erstemal, als sie sich in's Ausland begaben, waren die Kinderchen in so zartem Alter, daß die Eltern sich dazu entschließen mußten. Bei ihrer Rückkehr, als sie sich nach dem Kaukasus begaben, fanden sie ihre Kinder so gut unterbracht und verpflegt, daß sie neuerdings beschlossen, diese bei Nachman zu belassen, um so mehr, als sie die erste Zeit auf keinen festen Wohnsitz dort rechnen konnten, und seine anfängliche Kommandantur auf einer Grenzfestung, welche häufigen Ueberfällen ausgesetzt war, es ihnen räthlich erscheinen ließ, ihre Kinder hierzu belassen. Und unter so bewandten Umständen ist es auch zu verstehen, daß sie die Kinder, so lange sie noch jung waren, in Unkenntniß über ihre Abkunft ließen, und als sie - endlich heranwuchsen, zögerten sie mit der Jnkenntnißsetzung, da sie beständig auf dem Punkte standen, heimzukehren um sich hier festzusetzen. Ich habe hier übrigens ein ganzes Portefeuille mit verschiedenen Dokumenten, in denen sich mancherlei Bestimmungen diese betreffend vorfinden; so finde ich erstens einen Taufschein der Tochter des Generals, Marie, und dabei eine Nota von der Hand der Generalin die Ankunft einer Tante aus Straßburg abzuwarten, um sie, nach dem Willen des Vaters, derselben anzuvertrauen. Zweitens ein Geburtsschein der Rebecca und dabei ebenfalls eine Nota von derselben, worin sie ihre Einwilligung zur Heirat derselben mit dem Sohne des Nachman, Jakob, ertheilt. Sie sehen es ist Allem, vorgesorgt und nichts vergessen worden."

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