Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 310)
- Language
- German
- Belongs to
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240 unserer Kinder zu sein. Wir dachten hier noch einige Jahre in Ruhemnd Zufriedenheit zu verleben. Das Schicksal wollte es anders. Schon auf der Reise brachen die Folgen der Kontusion, die wir schon beschwichtigt glaubten, aus, und machten allen Träumen von Ruhe ein Ende. Die Sorgen und Strapatzen während der Krankheit meines Mannes und auf der Reise, riefen bei mir ein altes Uebel wach, nnd ich kam in dem trostlosen Zustande, wie Sie wissen — vielleicht von Gewissensbissen noch sehr gesteigert -- Hier an." Sie sank dabei von Kräften erschöpft auf ihr-Lager zurück, und fuhr fort: „Ich dachte mich unter Beistand von Nachman, in eine Stadt zurückzuziehen, um da in der Religion meiner Väter, die ich nie verlängnete, wieder neu zu leben, die Heirat meiner Tochter mit Nachman's Sohn — die eine längst beschlossene Sache unter uns war— zu'erleben. Ich wollte nun zuerst die Ankunft meiner Schwägerin aus Straßburg abwarten, um ihr unsere Marie nach dem Wunsche des Verewigten zu übergeben. Ich schickte heute Früh um Nachman, um mit ihm dieses Alles noch zu besprechen und zu ordnen; aber leider mußte ich erfahren, daß er — gewiß unschuldigerweise — in eine mißliche Untersuchung verfallen, und ich leider außer Stande bin etwas für ihn zu thun." „Was den letzten Punkt betrifft, können Sie darüber ruhig sein, denn Nachman's Angelegenheiten stehen recht günstig, und er wird wohl morgen im Stande sein, hierzu erscheinen." „Gottlob dafür! aber für mich zu spät! Gott hat es anders beschlossen, sein heiliger Wille geschehe." Sie wendete sich zur Wand, athmete einige Zeit recht schnell und schwer, reichte' mir wie zum Pulsfühlen die