Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 304)
- Language
- German
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224 kann, daß sie konstatirte, daß die Ursache des Todes lediglich in einer äußern Verletzung begründet war. Die Herren erkundigten sich schließlich bei wir, um welche Zeit sie dem Grafen aufwarteu können und ersuchten mich sie bei demselben anzumelden,- und wir schieden als die besten Freunde von einander. Um Mitternacht wurde ich jählings aus dem Schlafe gestört, an die Thorglocke wurde heftig gerissen, und sie gab einen ächzenden schrillenden Schrei. Vor meinem Hause hörte man eine schwere Equipage anfahren und stille halten. Meine Leute liefen durcheinander, man öffnete Thüren, machte Licht und es dauerte eine gute Weile, bis einer derselben mit einem Billete in mein Schlafzimmer trat. Obgleich sich diese ganze Procedur auf wenige Minuten beschränkte, gehört sie zu den aufregendsten im ärztlichen Leben. Es ist schon ein unangenehmes Gefühl aus dem warmen Neste gerissen zu rverden und in die. dunkele Nacht hinaus zu müssen. Nun gesellt sich dazu noch die Ungewißheit wohin, wem und wozu unsere Hilfe beansprucht wird, um diese Minuten zu den peinlichsten im ärztlichen Leben zu gestalten. ' Ich entfaltete das Billet, es enthielt die Aufforderung so schnell als möglich zur Generalin G. zu kommen, die auf einem etwa eine Meile entlegenen Landsitze wohnte. Ich warf mich schnell in die Kleider und bestieg den Wagen, der Kutscher sprach mit einem Pfiff und Peitschenschlage den Pferden Muth ein, und der Wagen rollte in die finstere Nacht hinaus. Die Luft war drückend schwül, der Himmel pechschwarz , und es fing auch bald zu regnen an. Ich hüllte mich in meinem Mantel, drückte mich in die Ecke