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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 147

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 147 (sequence 217)
Language
German
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147 Verdienst der gottlosen Welt einen Halt- und Ruhepunkt, einen Gott gegeben zu haben. Doch wie, wenn wir uns mit Unrecht dieses Verdienstes rühmten, wenn es ein anderes Volk gäbe, das denselben Schatz gesunden, ihn aber nur nicht so recht zu verwerthen gewußt hätte; bei dem er weniger gekannt und angestaunt worden wäre, da über dem sonstigen ungemessenen Reichthum dieses Volkes dies eine Gut übersehen werden konnte, während wir die sonst Armen mit jenem Einen Schatze Prunken mußten. Wie, wenn die Griechen nicht durchaus in unwürdigem Götzendienst befangen gewesen wären, wenn es den hohen Männern, die Griechenland erzeugt hat, gelungen wäre, den Einen wahren Gott Israels zu erkennen, ja uns in der Erfassung seines Wesens zu übertreffen, weil sie in fast allen Gebieten menschlicher Thütigkeit heimisch, diesen großen Gedanken vielseitiger und darum richtiger ergreifen konnten? Es kann dies beim ersten Blicke auf die griechische Literatur auch der Zeit, in welcher die jüdische Religion nicht die mindeste Einwirkung auf Griechenland ansgeübt hat, für wahr gehalten werden. Schon in den ältesten Ueberresten der griechischen Literatur, die obgleich aus sehr verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Dichtern herrührend, der Name Homers zufammenfaßt, finden wir Verse, die einen englischen Forscher des vorigen Jahrhunderts *) zu der Behauptung veranlaßten: „Homer glaubte einen einigen, höchsten, allmächtigen und allwissenden Gott, den Schöpfer und Regierer der Welt; seine Macht, Weisheit, Gerechtigkeit, Gnade und Wahrhaftigkeit kommen in mehr als einer Stelle der Ilias und Odyssee vor." Zu solchem Ausspruche scheinen ihn in der That Stellen 10*

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