Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 91 (sequence 161)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2609281-3183017--6172-3183193
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

den Christen rc., und wie wir hinzufügen müssen, die Inden singen an jüdisch-religiöse Gesetze zu übertreten. Im Jahre 1778 beschwerte sich der Cardinal Migazzi bei der Kaiserin über diese Zustände, daß die Juden im vertraulichen Umgänge mit Christen stehen. Sie besuchen Gast- und Caffeehäuser, kleiden sich wie die Adeligen, besuchen die noblen Plätze im Theater, halten christliche Dienstboten rc. Die niederösterreichische Negierung ihrerseits klagte auch über diese Zustände. Wir heben aus einem Berichte derselben vom 27. Jänner 1778 heraus: „Nur einen einzigen solchen, wegen seinem Anzuge sehr in die Augen fallenden Juden, will man in der Person des sich ausgebenden galizischen Hoffaktors Königsberger, sonst Salomon David jun. genannt zum Beispiel darstellen, welcher sich sogar anmasset Degen zu tragen und da er nicht nur in der Hoftrauer gekleidet ist, so ist er auch ansonsten, in seinem Anzuge von einem Cavalier nicht zu unterscheiden . . . . Sie erscheinen in öffentlichen Tanzsälen und Gasthäusern, sie speisen in denselben mit den Christen und verläugnen hierdurch ihre Religion, welches das übelste Kennzeichen ihrer Gemüthsart ist und nichts weniger als zu ihrer anhofsenden Bekehrung die Hand bietet ... Sie sollen wenigstens wie bisher ihre rund abgeschnittene oder gekrauste Haare oder die runden Perücken beibehalten . . . besonders aber sollen sie sich von Haarzopf, Haarbeutel und Degen tragen enthalten, welches letztere ohnehin nur den Adelichen zukommt . . Nur könte es nicht schaden und wäre sehr heilsam, wenn man den Juden die Frequentirung öffentlicher Gasthäuser und Tanzsäle, wo die Vermischung der Juden mit Christen anstößiger ist, bei den Schauspielen aber die distinguirten Plätze verböte." Die Kaiserin übergab diese Beschwerden der Hofkanzlei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.