Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 81)
- Language
- German
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11 schwermüthig gewordene Mann die ihm zu Theil gewordene Ruhe. Er starb schon 942. Was aber nicht mit ihm starb, das war die geistige Anregung, die seine Hauptschrift in reichem Maße bot. In der Vorrede zu dieser Schrift, die in vielfacher Rücksicht lesenswerth ist, bespricht er die Motive, die ihn zur Abfassung derselben bewogen. Er ist sich bei aller Bescheidenheit vollkommen seines Berufes, auf die Zeitgenossen zu wirken, bewußt. Ich sehe mit Schmerz, sagt er, Leute die sich gläubig nennen, aber keinen geläuterten Glauben haben, Andere, welche ungläubig, sind und sich auf diesen Schaden, wie auf ein Verdienst, etwas zu Gute thun, noch Andere, die in das Meer des Zweifels getaucht sind, ohne daß sich ein Taucher fände, der sie aus der Tiefe herausholte und ein Schwimmer, der sie erfassend rettete. So fühle ich denn die Pflicht, nach meiner schwachen Kraft zu helfen, und so gewiß ich weiß, daß meine Kraft schwach ist, so gewiß weiß ich, daß ich auf den Beistand , Gottes rechnen kann, da ich es redlich meine. Die Punkte, die er dann zur Besprechung bringt, sind: Die Ursachen des Jrr- 1hums und die Art, wie man den Jrrthum vermeiden könne. Nicht die Forschung trage die Schuld, sondern die halbe und ungenügende Forschung. Die Ansicht, daß die Forschung dem wahren Glauben schade und daß man eben darum aller Forschung auf religiösem Gebiete sich enthalten müsse, erklärt er für einen Aberglauben der Menge, die ja auch glaube, daß der Mond von einer Schlange verschlungen werde (eine bekannte altorientalische Vorstellung). Ja, so durchdrungen ist er von der Ueberzeugung, daß zwischen geläutertem Glauben und ächtem Denken kein Widerspruch sein könne, daß er ähnlich Mendelssohn die Frage aufwirft, wozu es denn der prophetischen Mittheilungen bedurft habe,