Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 79)
- Language
- German
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9 zugleich religionsphilosophische Abhandlungen zu schreiben und umgekehrt. Saadias schrieb nicht blos Beides, ein Lexikon und ein religionsphilosophisches Werk von Bedeutung, beschäftigte sich nicht blos mit den minutiösesten Fragen der Grammatik und mit den höchsten Fragen der Philosophie, sondern was viel wichtiger ist, beide Thätigkeiten standen bei ihm im engsten und innigsten Zusammenhänge, beiden Thätigkeiten lag ein und derselbe leitende Gedanke zu Grunde, das Bestreben nämlich, Wort und Inhalt der heiligen Schrift gründlich zu verstehen. Nachdem er seine schriftstellerische Laufbahn mit grammatischen Schriften eröffnet und seinem jugendlichen Drange nach Bekämpfung der Gegner in mehreren Streitschriften gegen die Karüer und gegen den früher von mir genannten Chiwi Hakalbi Genüge gethan, faßte er seine Aufgabe, ein Lehrer der Zeit zu sein, von einer Seite an, die auch bei Mendelssohn als die wirksamste zur Regeneration sich gezeigt hatte. Er übersetzte die heilige Schrift in die Landessprache, die arabische, eine Sprache, in der er, beiläufig gesagt, alle seine zahlreichen Werke mit Ausnahme seines Lexikon, das er hebräisch abfaßte, schrieb, und versah sie mit Einleitungen und Erläuterungen. Mit welchem Bewußtsein aber er diese Arbeit vornahm, d. h. wie richtig er sie als Mittel taxirte, viele Fragen zu lösen, die einfach aus Mißverständniß des Bibelwortes hervorgingen, das beweisen seine uns noch erhaltenen Worte in der Einleitung zur"'Pentateuchübersetzung, wo er dem Leser sagt, daß diese Uebersetzung viele Fragen lösen, namentlich' aber eine sichere Grundlage sein würde, die Kenntniß des Gesetzes, nämlich Mischna und Talmud, darauf zu erbauen. — Doch das Hauptwerk seines Lebens ist auch diese Schriftübersetzung nicht. Vielmehr müssen wir als dasjenige Werk,