Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XXXVIII (sequence 64)
- Language
- German
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XXXVIII allen jenen Völkern, bei denen die Logik der Thatsachen vorherrschte, ein absonderliches und schwer zu ertragendes im steten Widerspruche und Gegensätze zu der Wirklichkeit sich befindendes Volk. Die Zeiten sind anders geworden. Die Juden begreifen heutzutage vollkommen den nothwendigen Gegensatz der realen Welt, und die Umgebung beginnt zu erkennen, daß dieses Volk mit seinem zersetzenden Geiste, in der Kunst und Literatur, im Staatswie im Völkerleben von hoher Bedeutung sei. Diese beiden Gesichtspunkte sind es, die wir festzuhalten haben, so oft wir ein Stück jüdischer Geschichte der Gegenwart zu unserer Belehrung und Selbsterkenntniß überblicken wollen. Materielle Existenz, wie sie durch gesetzliche und soziale Stellung begründet ist, geistige Bewegungen auf dem Gebiete der Religion und der spezifischen Literatur sollen die stofflichen Erscheinungen sein, von denen die Betrachtung auszugehen hat. Aber läßt sich ein Geschichtsbild in diesem Sinne wirklich jedes Jahr schon vollenden? Bindet sich die Geschichte an eine Kalenderordnung, der Strom um die Stationen, welche die Schiffahrt für ihre Zwecke bestimmt hat? Eine Welle drängt die andere vorwärts und jeder Moment ist eine Wahlstätte, auf dem scheidende und heranziehende Zeiten.,. .Vergangenheit und Zukunft mit einander ringen. Wer will sagen: hier sei die Gränze, hier der vermittelnde Uebergang zwischen alten und neuen? wer kann behaupten, daß gerade in den Monat Tischri die Raststunden des ewigen Kampfes, den man Weltgeschichte nennt, fallen? Die Phasen der Entwickelung gränzen nach eigener Ordnung sich